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Intensivstation Schule

Eine sechsteilige Dokuserie über den Alltag in einer Lernfabrik

6. Juli 2019, 18:05 Uhr

Zwei Jahre lang ist Jens Schellhass wieder zur Schule gegangen: als Beobachter, als Fragensteller mit dem Mikrophon. Keine leichte Situation für Lehrer, Schüler und den Autor selbst.

Auf einer Tafel steht: Intensivstation Schule [Quelle: Radio Bremen]

Seine Fragen: Mit welchen Mitteln reagiert Schule auf eine sich verändernde Gesellschaft, auf eine neue, digitalisierte Arbeitswelt und auf die Anforderung, Bildung sozial gerecht zu gestalten? Armut, Migration, Aggression und familiäre Vernachlässigung beeinflussen den Schulalltag nachhaltig und fordern Handlungsbedarf.

Deshalb drängen Fachleute nicht nur auf mehr Lehrkräfte, sondern auch auf multiprofessionelles Fachpersonal: Ärzte, Psychologen, Familienhelfer. Bildung wird künftig also mehr kosten müssen, um schwache Schüler zu fördern, leistungsstarke Schüler zu erkennen, zu fordern und Lehrkräfte, die an ihre Leistungsgrenzen stoßen, zu entlasten.

Teil 1: Stand der Dinge

35 Jahre nach seiner eigenen Schulzeit ist unser Autor Jens Schellhass wieder zur Schule gegangen: als Beobachter, als Fragensteller mit dem Mikrophon. Er stößt auf Schlägereien, Sachbeschädigung und Beleidigungen. Ihm begegnen aber auch Kinder mit außerordentlichen Begabungen, von denen es aus den Schulen heißt, dass diese wegen Knappheit an Ressourcen nicht entdeckt und gefördert werden können. Der Autor muss sich nach dieser Folge massiver Kritik von den Lehrkräften stellen und entscheidet sich, für weitere Erkenntnisse, weiter die Schulbank zu drücken.

Stand der Dinge (1) [19:36 Minuten]

Teil 2: Neue Standpunkte

Nach der Kritik der Lehrkräfte an seinem ersten Feature sucht Autor Jens Schellhass nach einem System und Methoden, wie Schule sowohl begabte, als auch von ihrer Umwelt vernachlässigte Kinder auf das spätere Leben vorbereiten kann. Dabei ist er auf die These gestoßen, dass Schule mehr ist als ein Ort für Schüler, Lehrer und gegebenenfalls Sozialpädagogen. Schule soll divers kooperieren, mit Handwerksbetrieben und örtlichen Unternehmen, mit Psychologen und Therapeuten, Künstlern und Ärzten - erst dann wird sie lebensnah und kann schnell auf Probleme reagieren.

Neue Standpunkte (2) [23:15 Minuten]

Jens Schellhass im Bremen Zwei-Studio [Quelle: Radio Bremen, Maria Klindworth]
Jens Schellhass [Quelle: Radio Bremen, Maria Klindworth]

Teil 3: Lebensnah

"Bremische Schulen haben den Auftrag, sich zu inklusiven Schulen zu entwickeln. Sie sollen im Rahmen ihres Erziehungs- und Bildungsauftrages die Inklusion aller Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Staatsbürgerschaft, Religion oder einer Beeinträchtigung in das gesellschaftliche Leben und die schulische Gemeinschaft befördern und Ausgrenzungen Einzelner vermeiden.“ So steht es im Bremischen Schulgesetz. Tatsächlich könnten sowohl begabte als auch lernschwache Kinder vom Modell "Inklusion" profitieren - allein es fehlen die Mittel.

Lebensnah (3) [22:07 Minuten]

Teil 4: Tatort

Seit über 20 Jahren ist die Kriminalität an Schulen zurückgegangen. Jetzt erwartet der Kriminologe Christian Pfeiffer wieder einen Anstieg. Laut Statistik wird in Familien wieder häufiger geschlagen, Jugendliche bewaffnen sich zunehmend aus Angst vor Angriffen und jedes fünfte Kind wird bereits mit psychischen Auffälligkeiten eingeschult. Fachleute meinen deshalb, dass Schule heute mehr denn je, Aufgaben und Funktionen der Familie ersetzen muss. Schule sollte ein Ort werden, an dem Kinder sich wohl und sicher fühlen. Diese Forderung bedarf allerdings eines höheren personellen Aufwands.

Tatort (4) [22:26 Minuten]

Teil 5: Wunsch und Wirklichkeit

Die bremische Schulbehörde verteilt ihr Geld nicht mehr mit der Gießkanne. Heute fließen mehr Mittel in sozial benachteiligte Stadtteile, Quartiere mit eher bürgerlicher Bevölkerung bekommen weniger Geld. Aber ist das gerecht? Lehrkräfte und Bildungssenatorin Claudia Bogedan sehen keine Alternative. Um gerechte Chancen für alle Schülerinnen und Schüler zu entwickeln, brauchen Kinder aus so genannten bildungsfernen Familien stärkere Unterstützung und daher auch eine stärkere finanzielle Zuwendung. Soweit die Theorie. In der Praxis beklagen Lehrkräfte fehlende Ressourcen an allen Ecken und Kanten.

Wunsch und Wirklichkeit (5) [22:32 Minuten]

Teil 6: Visionen

Im vergangenen Herbst haben die Parteivorsitzenden der Bremischen Bürgerschaft einen ausgehandelten Schulkonsens unterschrieben, der für die kommenden zehn Jahre gelten soll, unabhängig von möglichen Regierungswechseln. Die zweigliedrige Struktur aus Gymnasien und Oberschulen wird bleiben, ebenso die Umsetzung der Inklusion. Aber stehen tatsächlich alle Parteien hinter ihren Entscheidungen? Und welche Rolle wird die Digitalisierung spielen? Künftig werden Schülerinnen und Schüler nicht allein ihren gesunden Menschenverstand zu beherrschen haben, sondern eben auch noch eine künstliche Intelligenz, wenn sie nicht eines Tages von ihr über den Tisch gezogen werden wollen.

Visionen (6) [27:19 Minuten]

Sendetermine:

Teil 1 + 2 am 11. Mai um 18.05 Uhr auf Bremen Zwei
Teil 3 + 4 am 18. Mai um 18.05 Uhr auf Bremen Zwei
Teil 5 + 6 am 25. Mai um 18.05 Uhr auf Bremen Zwei

Produktion: Radio Bremen 2019

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 6. Juli 2019, 18:05 Uhr

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ARD-Audiothek: Intensivstation Schule Podcast-URL: http://www.radiobremen.de/podcast/intensivstationschule/

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