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Zwischen Protest und Pessimismus

Jugend in den 80er Jahren

22. September 2018, 18:05 Uhr


von Meinhard Stark

Demonstranten stehen auf dem Deich [Quelle: Radio Bremen, Peter Meier-Hüsing]

Ein Feature über junge Menschen in den achtziger Jahren zwischen Punk und Ökoprotest, Heavy Metal und Friedensbewegung.


Die Shell-Jugendstudie von 1985 beschreibt die Jugendlichen der 80er-Jahre als "tolerante und liberal gestimmte Demokraten". Mädchen und junge Frauen haben sich emanzipiert, besuchen öfter als ihre männlichen Altersgefährten Gymnasien und Universitäten und gehen ebenso früh wie sie sexuelle Kontakte ein. Die Jugend insgesamt differenziert sich noch ausgeprägter als in den vorangegangenen Jahrzehnten. Eine bis dahin unbekannte Szene-Kultur beginnt sich zu etablieren. Hippies verschwinden fast völlig, Punks gewinnen in großen Städten die visuelle Oberhand, aus Rockern werden Heavy-Metal-Fans, daneben gibt es Gothic-Anhänger, Skinheads und, und, und; Milieus, die sich in Anfängen auch in der DDR zeigen. Charakteristisch für das Jahrzehnt: der Protest vor allem junger Leute gegen die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen in Ost und West, gegen den Bau von Atomkraftwerken oder Wiederaufbereitungsanlagen sowie gegen das Waldsterben.

Die Jugendarbeitslosigkeit steigt. Pessimismus greift um sich. In der DDR äußert sich die zunehmende Politisierung der Jugend vor allem in der kirchlichen Arbeit, der alternativen Friedensbewegung "Schwerter zu Pflugscharen" oder in Blues-Messen. Daneben existieren: Opportunismus, Rückzug in private Nischen oder völlige Verweigerung. Gorbatschow weckt ab 1985 neue Hoffnungen, die sich vier Jahre später in der "Friedlichen Revolution" in der DDR erfüllen.

Produktion: RBB/DLF/RB 2010

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