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Sirenenklänge aus der Wundermaschine

Die Synthesizer-Story

13. Oktober 2018, 18:05 Uhr

von Walter Weber

Eine akustische Reise durch die hundertjährige Geschichte des Synthesizers, seiner Vorläufer und Pioniere und die aktuelle Szene der elektronischen Klangerzeugung.

Doepfer-Synthesizer [Quelle: Radio Bremen]
Doepfer-Synthesizer

Das Zeitalter der synthetischen Klangerzeugung begann im Jahr 1900 mit einem montrösen "Urknall". Damals präsentierte der amerikanische Erfinder Thaddeus Cahill sein Telharmonium, das erste elektromechanische Musikinstrument, das die  Dimensionen einer Kathedralorgel hatte: 200 Tonnen schwer und ausgestattet mit 672 Tasten und 336 Schiebereglern. Mit weit geringerem Aufwand kam der russische Pysiker Lew Termen (1896-1993) aus, der 1919 das Theremin erfand, ein bahnbrechendes Gerät mit bewegungsgesteuerter elektronischer Tonerzeugung.

Youtube: Lew Termen demonstriert sein Theremin

Trautonium, ein von dem Physiker Friedrich Trautwein konstruiertes elektronisches Musikinstrument [Quelle: DPA, akg-images]
Friedrich Trautweins Trautonium [Quelle: DPA, akg-images]

Eine weitere Sternstunde ereignete sich am 20. Juni 1930 im Großen Saal der Musikhochschule Berlin. In einem Konzert wurde öffentlich das "Trautonium" präsentiert, der Vorläufer des Synthesizers, der Jahrzehnte später den Sound der modernen Musik revolutionieren sollte. Entwickelt hatte das futuristische Instrument der Ingenieur Friedrich Trautwein (1888-1956) in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Paul Hindemith und dessen Schüler Oskar Sala. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte Oskar Sala (1910-2002) das Instrument weiter zum so genannten "Mixturtrautonium", auf dem er  u.a. die spektakuläre Klangkulisse für Alfred Hitchcocks Horrorfilm "Die Vögel" erzeugte.

Youtube: Oskar Sala und das Trautonium

Minimoog Synthesizer [Quelle: Radio Bremen]
Minimoog Synthesizer

In eine neue Dimension stießen in den frühen sechziger Jahren die US-Amerikaner Donald Buchla (1937-2016) und Robert Moog (1934-2005) vor mit der Konstruktion der ersten modernen Synthesizer. Damit begann der unaufhaltsame und beispiellose Siegeszug des Elektro-Sounds in der internationalen Rock- und Popmusik, der bis in die neuesten multimedialen Trends der Computer- und Smartphone-Welt hineinreicht.

Youtube: Robert Moog demonstriert den Minimoog

Besucher auf der Berliner Synthesizer-Messe "Superbooth 2018" [Quelle: Radio Bremen]
Besucher auf der Berliner Synthesizer-Messe "Superbooth 2018"

Walter Weber unternimmt in seinem Radiofeature eine rasante Reise durch die wundersame Welt des synthetischen Klangs und lässt Musiker-Legenden ebenso zu Wort kommen wie aktuelle Konstrukteure, Experten und Liebhaber des Synthesizer-Universums: unter anderem Andreas Schneider, Betreiber eines international renommierten Synthesizer-Ladens in Berlin-Kreuzberg (Scheiders Laden) und Initiator der Messe "Superbooth", Dieter Doepfer, einen der renommiertesten deutschen Hersteller modularer Synthesizer, Benedikt Brilmayer vom Berliner Instrumentenmuseum und Jörg Sonntag, Musik-Redakteur von Radio Bremen - einem Kenner der weltweiten Keybordszene seitdem er als Schüler an der legendären Sendereihe "Beat-Club" von Radio Bremen mitgewirkt hat. Im Beat-Club sind in den sechziger und siebziger Jahren ungezählte Größen der Rock- und Popgeschichte erstmals im deutschen Fernsehen in Erscheinung getreten und mit ihnen der Synthesizer, der von da an nicht mehr wegzudenken war aus der weltweiten Musik-Szene.

Synthesizer-Messe Superbooth 2018 Schneiders Laden Berlin Youtube: Dieter Doepfer auf der Synthesizer-Messe "Supterbooth"

Sprecher: Jens Schellhass
Ton und Technik: Eva Garthe
Regie Walter Weber
Redaktion: Michael Augustin
Produktion: Radio Bremen 2018

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