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Bremen Zwei Sendungen ARD-Radiofestival

ARD-Radiofestival

Radiofestival am 11. September 2019

11. September 2019, 20:00 Uhr

Mahlers 10. Sinfonie, gespielt von den Bremer Philharmonikern unter der Leitung von Dirigent Yoel Gamzou und vom Publikum begeistert gefeiert, die Bloggerin Juna Grossmann schildert ihre Erfahrungen als Jüdin in Deutschland, die Lesung sowie die Frage "Wie geht ökologische Jazzmusik?

Yoel Gamzou geht durch eine Straße [Quelle: Radio Bremen/Christian Debus]
Der Dirigent Yoel Gamzou [Quelle: Radio Bremen/Christian Debus]

20:04 Uhr: Konzert
Mahler 10 beim 30. Musikfest Bremen

Bremer Philharmoniker [Quelle: Radio Bremen/Marcus Meyer]
Bremer Philharmoniker [Quelle: Radio Bremen/Marcus Meyer]

Erleben Sie die Sicht des jungen Dirigenten Yoel Gamzou auf Mahlers Zehnte mit den Bremer Philharmonikern.

Die Zehnte – das ist Mahlers "Unvollendete". Dies aber noch viel mehr, als wir es von Schubert her kennen, dessen Sinfonie h-Moll immerhin zwei auskomponierte Sätze umfasst. Vor einigen Jahren hat sich Yoel Gamzou, heute Generalmusikdirektor am Bremer Theater, mit den Skizzen zu Mahlers 10. Sinfonie beschäftigt und eine sehr persönlich geprägte Fassung geschaffen, die 2010 fertig wurde und beim diesjährigen Bremer Musikfest erstmals in der Hansestadt zu hören war.

Bremer Philharmoniker
Leitung: Yoel Gamzou

Aufnahme vom 27. August 2019 aus dem Großen Saal der Bremer Glocke

Juna Grossmann [Quelle: NDR/Ralf Steeg]
Juna Grossmann [Quelle: NDR/Ralf Steeg]

22:30 Uhr: Gespräch
Juna Grossmann, Bloggerin

"Schonzeit vorbei. Über das Leben mit dem täglichen Antisemitismus" heißt ein Buch, das die Bloggerin Juna Grossmann geschrieben hat. Seit zehn Jahren betreibt sie den Blog "irgendwiejuedisch.de" – und schildert dort ihre Erlebnisse und Erfahrungen als Jüdin in Deutschland, über antisemitische Äußerungen und ihren Umgang damit. Geboren 1976 in Ost-Berlin, spürte Grossmann bereits als Kind in der DDR, was es bedeutet, diskriminiert zu werden – etwa in der Schule. Intensiver mit ihrer jüdischen Herkunft hat sie sich erst später beschäftigt. Heute ist sie bundesweit häufig in Schulen zu Besuch, um mit Jugendlichen über das Jüdisch-Sein in Deutschland zu reden. Der Ton der Debatte, sagt Grossmann, habe sich in den vergangenen Jahren verschärft. Im Gespräch mit Almut Engelien berichtet Juna Grossmann von ihren alltäglichen Erfahrungen als deutsche Jüdin – und wie sie mit Anfeindungen umgeht.

Buchcover: Die geheime Mission des Kardinals [Quelle: Carl Hanser Verlag]
Rafik Schami: Die geheime Mission des Kardinals, Carl Hanser Verlag, 2019 [Quelle: Carl Hanser Verlag]

23:00 Uhr: Lesung
Die geheime Mission des Kardinals 38/40
Ein Syrien-Krimi vom großen Erzähler Rafik Schami

In einem mysteriösen Kriminalfall porträtiert der große Erzähler Rafik Schami die Lage in Syrien kurz vor dem Ausbruch der Arabellion.

Damaskus, 2010:
Kommissar Barudi zählt die Tage bis zu seiner Pensionierung. Ausgerechnet sein letzter Fall sorgt für internationale Verwicklungen – als wäre die Arbeit der Polizei in einem Land mit 15 Geheimdiensten nicht schon schwierig genug! Kardinal Cornaro, ein hoher Würdenträger der römischen Kurie, wird tot aufgefunden. Seine Leiche ist makaber entstellt. Offiziell ist nichts von seinem Besuch bekannt. Wohin war der Kardinal in geheimer Mission unterwegs? Warum reiste er in die von Islamisten kontrollierten Gebiete? Und was hat es mit dem "Bergheiligen" in seinem uralten Kloster auf sich? Geht es um interreligiösen Dialog – oder dunkle Geschäfte? Zusammen mit einem italienischen Kollegen, dem Mafiaexperten Marco Mancini, macht sich Barudi daran, die Sache aufzuklären.

Mit dem ihm eigenen Humor, vielen überraschenden Wendungen und einer kleinen Prise Bitterkeit erzählt Rafik Schami von einem Syrien, in dem vieles anders ist, als wir es uns vorstellen. Udo Schenk und Jürgen Tarrach sprechen in der 40-teiligen Produktion des ARD Radiofestivals. Jede Folge ist 30 Tage im Internet verfügbar. Zur Lesung erscheint "Die geheime Mission des Kardinals" als Buch und Hörbuch im Handel.

Eine Produktion des WDR für das ARD Radiofestival.
Regie: Petra Feldhoff

Fabian Almazan [Quelle: SWR/Günther Huesmann]
Fabian Almazan, Gründer von Biophilia Records [Quelle: SWR/Günther Huesmann]

23:30 Uhr: Jazz
Das erste Öko-Jazzlabel?

Wie geht ökologische Musik? Das Plattenlabel Biophilia macht es vor, indem es auf Kunststoff-Scheiben verzichtet und Umweltorganisationen unterstützt.

"Biophilia" – benannt nach der "Liebe zum Lebendigen2 - taufte der New Yorker Pianist Fabian Almazan sein selbstbetriebenes Plattenlabel. Es präsentiert nicht nur exzellente Musik, es hat sich auch einem ökologischen bewussten Handlungs-Kodex verschrieben. Die Biophilia-Veröffentlichungen erscheinen nicht mehr auf CD, sondern in Form origami-artig gefalteter Papp-Hüllen, die einen Download-Code enthalten. Die Label-Künstler kooperieren mit Umweltschutz-Organisationen; für die Koordination mit ihnen ist eine Nachhaltigkeits-Managerin zuständig. Die Biophilia-Musikerriege reicht von Spitzen-Jazzern wie der Bassistin Linda May Han Oh und dem Schlagzeuger Justin Brown bis zu interessanten Singer-Songwritern wie Desmond White und Kim Anderson.

Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer, SWR

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 11. September 2019, 12:35 Uhr

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