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Wochenserie

Warum Eltern ihre Kinder auf Privatschulen schicken

22. August 2019

Viele Eltern entscheiden sich bewusst dafür, ihr Kinder nicht an einer staatlichen, sondern an einer Privatschule anzumelden. In Bremen zum Beispiel beträgt der Anteil der Schüler an privaten Lehranstalten rund zehn Prozent. Was sind die Beweggründe? Welche Privatschulen gibt es in Bremen und Umgebung? In unserer Wochenserie stellen wir eine Auswahl an Schulen vor.

Eine Blume aus beschriebenen Papier  [Quelle: Radio Bremen, Gerhard Snitjer]
Schüler*innen der Freien Humanistischen Schule Huntlosen beschreiben, was ihnen an ihrer Schule gefällt [Quelle: Radio Bremen, Gerhard Snitjer]

Für Volker Ladenthin vom Zentrum für Lehrerbildung an der Universität Bonn gibt es verschiedene Gründe, warum sich Eltern für eine Privatschule entscheiden.

Grund 1: Staatliches Schulsystem hat einen schlechten Ruf
Die Schulpolitik der letzten Jahre mit den Pisa-Studien habe laut Ladenthin unser staatliches Schulsystem ins Abseits geredet. Das schlechte Image sei für viele Eltern ausschlaggebend für die Wahl der Schule:

Der Boom der Privatschulen hängt unmittelbar mit der Problematik der staatlichen öffentlichen Schulen zusammen.

Volker Ladenthin, Zentrum für Lehrerbildung, Uni Bonn

Grund 2: Spezielle Werteorientierung
Viele Eltern suchen nach Schulen, die einer gewissen Werteorientierung entsprechen. Dazu gehören zum Beispiel Schulen in konfessioneller Trägerschaft.

Grund 3: Familiäre Atmosphäre
Wer Wert auf überschaubare Schülerzahlen und familiäre Atmosphäre legt, fühlt sich in einer Privatschule oft besser aufgehoben. "Kleinere Klassen, überschaubare Gruppen, ein anderes Verhältnis zu den Lehrern, das sind die Eigenheiten von Privatschulen", erklärt Ladenthin.

Privatschulen als Sahnehäubchen

Kritiker bemängeln, dass Privatschulen zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft führen könnten. Diese Sorge ist laut Ladenthin durchaus berechtigt, weil Privatschulen oft Schulgeld verlangen, das nicht jeder aufbringen kann.

Das ist ein Einstieg in ein System, dass die staatlichen Schulen nur noch eine Art Grundversorgung machen und die privaten Schulen dann das anbieten, was man als Sahnehäubchen bezeichnen kann.

Volker Ladenthin

Warum Eltern ihre Kinder auf Privatschulen schicken [4:51 Minuten]

Privatschulen in Bremen und Umgebung

Wir stellen eine Auswahl an Privatschulen aus unserer Region mit ihren Konzepten und Schwerpunkten vor.

Gut Spascher Sand Wildeshausen

An der Schule Gut Spascher Sand lernen die Kinder und Jugendlichen in ihrem individuellen Tempo. Die Klassen sind klein. Jetzt hat die Schule einen fünfjährigen Reformprozess gestartet.

Autor/-in: Frank Jakobs
Länge: 3:55 Minuten
Datum: Donnerstag, 22. August 2019
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Eine restaurierter Gutshof im schuleigenen Wald: An der Schule Gut Spascher Sand lernen die Kinder und Jugendlichen in ihrem individuellen Tempo. Die Klassen sind klein. Jetzt hat die Schule einen fünfjährigen Reformprozess gestartet. Demnach soll es in diesem Jahr noch einmal eine Klasse 11 geben. Danach soll die Oberstufe für eine unbestimmte Zeit ausgesetzt werden. Die Bezahlung der Lehrerinnen und Lehrer soll an den Tarif im Öffentlichen Dienst angelehnt werden. Den Preis dafür zahlen die Eltern über ihre Schulgebühren. Mehrere Hundert Euro kostet der Schulbesuch im Monat.

Prinzhöfte-Schule Bassum

Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder auf Privatschulen. Jeder zehnte Schüler in Bremen besucht keine staatliche, sondern eine private Schule – die meisten von ihnen kommen aus Akademikerhaushalten. Wir stellen verschiedene Privatschulen aus der Region und ihre Konzepte vor. Eine von ihnen ist die Prinzhöfte-Schule in Bassum.

Autor/-in: Katharina Mild
Länge: 3:58 Minuten
Datum: Mittwoch, 21. August 2019
Sendereihe: Online | Radio Bremen

"Ökologie des Lernens", so nennt Schulleiterin Tina Wilkens das Schulkonzept und denkt dabei daran, wie ökologische Systeme sich selbst strukturieren und erhalten. Genau so organisieren auch die Schülerinnen und Schüler der Prinzhöfte-Schule sich und ihr Lernen selbst. Aber wie viele Privatschulen hat diese besondere Art von Bildung auch ihren Preis. Ein monatliches Schulgeld in Höhe von mindestens 239 Euro – je nach Einkommen – und eine Menge Zeit müssen Eltern investieren, die ihr Kind an der Prinzhöfte-Schule anmelden.

Freie Humanistische Schule Huntlosen

66 Schüler und Schülerinnen, zehn Lehrkräfte, ein Konzept, das auf die Eigenverantwortung für das eigene Lernen setzt: Das ist die Freie Humanistische Schule Huntlosen. Die Privatschule im Landkreis Oldenburg hat in diesem Sommer erstmals Absolventen entlassen – mit beachtlich guten Ergebnissen. Gerhard Snitjer hat sich Schule und Konzept angeschaut.

Autor/-in: Gerhard Snitjer
Länge: 3:46 Minuten
Datum: Dienstag, 20. August 2019
Sendereihe: Online | Radio Bremen

66 Schüler und Schülerinnen, zehn Lehrkräfte, ein Konzept, das auf die Eigenverantwortung für das eigene Lernen setzt: Das ist die Freie Humanistische Schule Huntlosen. Die Privatschule im Landkreis Oldenburg hat in diesem Sommer erstmals Absolventen entlassen – mit beachtlich guten Ergebnissen. Gerhard Snitjer hat sich Schule und Konzept angeschaut.

Privatschule Mentor Bremen

Aufnahmekriterium für die Privatschule Mentor in Bremen: Die Schüler*innen müssen wollen. Deshalb durchlaufen alle Neuen eine sechsmonatige Probezeit. Unsere Reporterin Katharina Mild hat sich den Schulalltag angeschaut.

Autor/-in: Katharina Mild
Länge: 3:47 Minuten
Datum: Freitag, 23. August 2019
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Auch wenn die Privatschule Mentor unter christlicher Trägerschaft (Sozialwerk der Freien Christengemeinde Bremen e.V.) steht, gehören Gottesdienste nicht zum Schul-Alltag dazu. Aber christliche Werte sollten von allen Beteiligten gelebt werden. Als Aufnahme-Kriterium gilt trotzdem nur eine Bedingung: Die Schüler müssen wollen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 19. August 2019, 16:46 Uhr

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