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Theater Bremen

Neuer Spielplan

Mehr Schauspiel als Oper

24. Juni 2020

Das Theater Bremen hat seine Pläne für den Rest des laufenden Jahres präsentiert – später als gewohnt und auch nur für die Monate August bis Dezember. Grund sind auch in diesem Fall die Auswirkungen und Einschränkungen der Corona-Pandemie. Ob das Theater neu erfunden werden musste und was alles auf dem Programm steht, das weiß Theater-Kritiker Marcus Behrens.

Das Ensemble des Theater Bremen [Quelle: Theater Bremen, Medic Bernason]

Weniger Oper, aber neue Schauspielstücke [4:35 Minuten]

Mitte März musste das Theater Bremen wegen der Pandemie den Spielbetrieb einstellen. Lange Zeit war nicht klar, wann und wie es weitergehen kann. Die Anforderungen und Regeln änderten sich beinahe täglich, das macht die Planung kompliziert, denn bei Theaterproduktionen müssen sehr viele Menschen bedacht werden. Vorgestellt wurde die Planung bis zum Jahresende statt, wie üblich, bis zum Sommer 2021.

Neue Stücke, 18 Premieren

Die neue Planung enthält einige Besonderheiten, die es ohne die Auszeit und die Beschränkungen nicht gegeben hätte, zum Beispiel ein neues Stück von Fritz Kater, hinter dem sich der Haus-Regisseur Armin Petras verbirgt. Er thematisiert die Corona-Krise in seinem Stück "Düsterer Spatz am Meer/ hybrid (America)". Dazu der Regisseur:

Viel Musik, schnelles Sprechen, gutes 80er-Theater, nur sechsmal so viel Zeichen pro Minute wie damals.

Armin Petras, Regisseur

Handschriften und Ästhetik

Neben dem Amerika-Stück und einer jetzt anders konzipierten Tanz-Premiere gibt es auch jenseits von Corona viele Themen, die gerade auf der Hand liegen. Intendant Michael Börgerding glaubt nicht, dass das Niveau der Inszenierungen sinkt, weil das Publikum nur noch Unterhaltung sehen will – er sieht aber ein anderes Problem:

Ich hab eher ein bisschen die Befürchtung, dass sich so bestimmte Theaterformen einschleifen, das heißt, immer nach vorne sprechen, keinen Kontakt haben. Man merkt es auch an Handschriften. So ein Theater von Alice Zandwijk ist unter Corona-Zeiten gar nicht vorstellbar.

Michael Börgerding, Theater-Intendant

Alice Zandwijk ist die Künstlerische Leiterin des Schauspiels am Theater Bremen, die gerade mit dem Kurt-Hübner-Preis ausgezeichnet wurde.

Von Lennon bis Zauberflöte

Am 17. Oktober hat mit "Imagine" ein John-Lennon-Liederabend Premiere, die musikalische Leitung hat der Generalmusikdirektor des Theaters Bremen, Yoel Gamzou. Es wird eine "Zauberflöte" geben mit dem Titel "Papageno erfindet die Zauberflöte", die vielleicht mehr Schauspiel als Oper sein könnte. Die Premiere ist am 7. November. Es gibt aus jeder Sparte etwas, also auch Jugendtheater, eine musikalische Gala und ein neues Stück aus dem Tanzraum-Nord-Projekt.

Besonderheiten für den Theaterbesuch ab August

Vieles, was eigentlich im Kleinen Haus gezeigt worden wäre, findet nun im Theater am Goetheplatz statt. Dort gibt es nach aktuellen Bedingungen rund 200 Plätze, also etwa ein Fünftel der tatsächlich verfügbaren Stühle. Im Saal müssen Mund und Nase nach jetzigem Stand nicht bedeckt werden, nur im Foyer. Es wird auch Pausen geben, allerdings ohne Getränke. Das Abo wird für eine Spielzeit ausgesetzt und durch eine Theater-Card ersetzt, die es den bisherigen Abonnentinnen und Abonnenten ermöglicht, vorab Karten zu kaufen bei Interesse, wenn sie dem Theater treu bleiben.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 19. Juni 2020, 14:10 Uhr

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