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Bremen und Oldenburg

Blick auf die kommende Theater-Spielzeit

26. April 2019

Theater hat viel mit Planung zu tun. Während die aktuelle Saison noch bis zum Sommer läuft, werden in den Büros bereits die Terminen und Stücktitel für die übernächste Spielzeit hin- und hergeschoben. Denn das, was vom Herbst dieses Jahres bis zum Sommer 2020 auf den Bühnen in Bremen und Oldenburg zu sehen ist, steht längst fest und wurde jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Marcus Behrens hat sich die Planungen angeschaut.

Spielzeitvorstellung [Quelle: Theater Bremen, Jörg Landsberg]
Generalmusikdirektor Yoel Gamzou und die Künstlerische Leiterin des Musiktheaters in Bremen, Brigitte Heusinger auf der Presekonferenz zur Spielplanvorstellung in Bremen. [Quelle: Theater Bremen, Jörg Landsberg]

Auf den Spielzeit-Auftakt im Schauspiel freue ich mich in Bremen ganz bsonders: "Die Vögel" von Wajdi Mouawad steht ab 28. September 2019 im Theater am Goetheplatz auf dem Programm. Defintiv eines er wichtigsten aktuellen Stücke unserer Zeit. Sehr gespannt bin ich auch darauf, was der Generalmusikdirektor des Theaters Bremen, Yoel Gamzou, unter einer besonders kurzen Fassung seiner Lieblingsoper "Der Rosenkavalier" vorstellt. Im Tanzbereich wird es unter anderem enen Abend mit acht Solo-Choreographien des ungarischen Choreographen Máté Mészáros geben. Das Bühnenbild für "Spektrum" wird für diese Produktion nicht gebaut, sonder projiziert - von der inzwischen international begehrten Videoinstallationsgruppe "Urban Screen".

Karin Enzler [Quelle: Theater Bremen, Esther Haase]
Esther Haase hat das Bremer Ensemble fotografiert - hier Karin Enzler. [Quelle: Theater Bremen, Esther Haase]

Grenzenlose Vielfalt

Die größte Überraschung ist aus meiner Sicht das unglaublich große und vielfältige Angebot aller Sparten am Theater Bremen in der kommenden Spielzeit. Ich bin echt überwältigt, weil mich alles neugierig macht - und ich frage mich, ob es inzwischen so etwas wie einen unsichtbaren Wettbewerb zwischen den Theatern in Bremen, Bremerhaven und Oldenburg gibt?! Und zwar nicht darum, wer die besten und erfolgreichsten Inszenierungen hat, sondern darum, tolle neue Stücke zu finden, beeindruckende Interpretationen umzusetzen und sich insgesamt so viel Mühe zu geben, dass das gesamte Angebot so vielfältig ist, wie ich es noch nie erlebt habe.

Klassiker und Überraschungen

Es gibt besonders viele Uraufführungen im Schauspiel und im Tanzbereich - also neue Stücke, die wir noch nie zuvor gesehen haben und zuerst in Bremen sehen werden. Dazu kommen dann aber noch lustige Ideen, wie zum Beispiel ein Liederabend zu Madonnas 61. Geburtstag - und es stehen viele neue Blicke auf die Klassiker an: "Frühlingserwachen", "Die Dreigroschenoper", "Die heilige Johanna der Schlachthöfe", "Drei Schwestern"... und es wird besonders viel zusammen gearbeitet, also spartenübergreifend.

Leitungsteam Oldenburgisches Staatstheater [Quelle: Oldenburgisches Staatstheater, Stephan Wanzl]
Das Leitungsteam des Oldenburgischen Staatstheaters [Quelle: Oldenburgisches Staatstheater, Stephan Wanzl]

30 Premieren in Oldenburg

30 Premieren stehen an, davon sind 13 Uraufführungen, also Werke, die wir noch nie sehen konnten! Im Musiktheater wird erstmals in der Geschichte des Theaters in Oldenburg Wagners vierteiliger "Ring der Nibelungen" vollendet. Was noch fehlte, war die "Götterdämmerung". Und es gibt auch wieder eine ganz moderne Oper zu sehen: "Flight" von Jonathan Dove aus dem Jahre 1998 spielt im Terminal eines Flughafens.

Im Schauspiel möchte ich zwei Stücke erwähnen – "Mission Mars" heißt die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Hanse-Wissenschaftskolleg (in der laufenden Spielzeit war bereits "Das Haus auf Monkey Island" zu sehen). Das verspricht interessant zu werden. Weniger euphorisch betrachte ich das neue Werk von Ferdinand von Schirach, dessen Stück "Terror", bei dem das Publikum allabendlich ein Urteil fällen darf, nun mit dem Werk "Gott" fortgesetzt wird. Anderes Thema (Sterbehilfe), aber gleicher Versuchsaufbau. Verkauft sich sicher, ist aber leider keine neue Idee.

Blick auf die kommende Theater-Spielzeit: Gespräch mit Marcus Behrens [5:07 Minuten]

Die BallettCompagnie plant sehr viel – insgesamt sieben Uraufführungen; Ballettchef Antoine Jully lädt dafür fünf zeitgenössische Choreographen ein. Man wird Oldenburg nicht mehr länger unerwähnt lasen können, wenn es um die wichtigsten Städte für modernes Ballett in Deutschalnd geht.

Warten auf Bremerhaven

Wenn Sie gerne ins Theater gehen, können Sie sich ab jetzt bereits in den Spielzeitheften und im Internet anschauen, was es nach den Sommerferien zu sehen gibt. Das Stadttheater Bremerhaven wird seine nächste Spielzeit übrigens am kommenden Donnerstag vorstellen. Mehr dazu dann auf Bremen Zwei!

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 26. April 2019, 14:10 Uhr

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