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BallettCompagnie Oldenburg

Dreiteiliger Abend eröffnet die Saison

27. Oktober 2018, 14:50 Uhr

Der Franzose Antoine Jully hat am Oldenburgischen Staatstheater ein Ballettensemble etabliert, das weit über die Nordwest-Region Vergleichbares sucht. National und international beachtet und gefeiert entstehen hier moderne Ballettabende, die als Ergänzung zum Tanztheater in Bremen und zum neoklassischen Ballett in Bremerhaven das Angebot im Nordwest-Dreieck abrunden.

Szene aus 'Dark Meadow Suite' 'Su una nota sola' 'A.U.R.A.' [Quelle: Oldenburgisches Staatstheater, Stephan Walzl]
Caetana Silva Dias, Ensemble in "Dark Meadow Suite" von Martha Graham. [Quelle: Oldenburgisches Staatstheater, Stephan Walzl]

Antoine Jully wirkt glücklich. Trotz aller Anspannung, kurz vor einer Premiere, strahlt er Ruhe und Zufriedenheit aus. Am Oldenburgischen Staatstheater hat er mehr als nur ein Zuhause fernab der französischen Heimat gefunden – und er hat sich ein Ensemble aufgebaut, das weit über die Region hinaus bekannt und begehrt ist. Gerade erst war die Truppe auf Einladung eines Festivals in Südkorea – und auch das Fachmagazin "Tanz" hat Jully im aktuellen Jahresheft lobend erwähnt – zum wiederholten Mal: Er ist für viele ein Hoffnungsträger, sagen nicht nur die Journalisten und Kritiker, ein Choreograph, der die Zukunft bereits jetzt bewegt.

Am 27. Oktober 2018 hat ein neuer Ballettabend Premiere im Großen Haus in Oldenburg. Marcus Behrens hat sich mit dem Chefchoreographen und Ballettdirektor Antoine Jully unterhalten.

Autor/-in: Marcus Behrens
Länge: 5:18 Minuten
Datum: Samstag, 27. Oktober 2018
Sendereihe: Online | Radio Bremen

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Vielseitige Herausforderungen

Viel Aufmerksamkeit wird Antoine Jully von allen Seiten geschenkt - im Alltag aber steht er fest auf dem Boden und kümmert sich gerade ausschließlich um seinen neuen Ballettabend, der aus einer Rekonstruktion von Martha Graham und einer Adaption von Jacopo Godani besteht – und an dem auch er selbst mit einer Uraufführung als Choreograph beteiligt ist.

Ich schaue dann immer, was möglich ist: Manchmal reicht die Zeit nicht, oder das Geld – oder mein Ensemble ist nicht groß genug… aber es gibt immer eine Möglichkeit, eine Lösung zu finden.

Antoine Jully

Der dreiteilige Abend beginnt zur Musik von Carlos Chavez mit einer Rekonstruktion einer Choreographie der US-amerikanischen Pionierin des Modernen Tanzes, Martha Graham: "Dead Meadow Suite" aus dem Jahre 1946 ist eine Herausforderung für die Tänzerinnen und Tänzer – und ein wichtiges Werk für Antoine Jully.

Ich weiß gar nicht, ob heute noch so viele – vor allem junge – Leute Martha Graham kennen?! Martha Graham ist ein Symbol des modernen Tanzes. Sie war auch eine Frau, die das Wort Feminismus gehasst hat, aber sie war eine der Frauen, die sich für die Situation und die Lebensbedingungen der Menschen interessiert hat.

Antoine Jully

Szene aus 'Dark Meadow Suite' 'Su una nota sola' 'A.U.R.A.' [Quelle: Oldenburgisches Staatstheater, Stephan Walzl]
Laura Cristea, Francesco Fasano, Joel Paulin, Herick Moreira in "Su una Nota Sola" von Antoine Jully. [Quelle: Oldenburgisches Staatstheater, Stephan Walzl]

Eine neue, eigene Choreographie mit dem Titel "Su una Nota Sola" hat einen ganz anderen Ansatz und Schwerpunkt, wie Antoine Jully erzählt – das Werk ist heute Abend erstmals zu sehen zur Musik des Italieners Giacinto Scelsi.

Zum Abschluss des Abends wird alles dekonstruiert, wie die Choreographen gerne sagen. Das Stück "A.U.R.A." (Anarchist Unit Related to Art) des italienischen Choreographen Jacopo Godani, dem jetzigen Leiter der Dresden-Frankfurt-Dance-Company, hatte seine Uraufführung 2009 in Mainz. Nun holt Jully es nach Oldenburg. Und nicht nur die Musik, komponiert vom Duo 48nord, hört sich plötzlich ganz anders an: .

Antoine Jully kann und darf in Oldenburg alles machen, was er will: Selbst choreographieren, junge Talente aus seinem Ensemble fördern und sich im Archiv der wichtigsten und einflussreichsten Tanzstücke der Welt bedienen, um diese neu zu interpretieren oder rekonstruieren zu lassen. Das Publikum in Oldenburg hat es dann einfach – es muss nur ins Theater gehen und sich überraschen lassen!

Szene aus 'Dark Meadow Suite' 'Su una nota sola' 'A.U.R.A.' [Quelle: Oldenburgisches Staatstheater, Stephan Walzl]
Herick Moreira, Francesco Fasano in "A.U.R.A." von Jacopo Godani. [Quelle: Oldenburgisches Staatstheater, Stephan Walzl]

Hinweis: Premiere ist am 27. Oktober 2018 um 19:30 Uhr; weitere Vorstellungen sind für den 3., 9 und 11. November geplant.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 27. Oktober 2018, 14:15 Uhr

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