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Luchs 304

Die beste Bande der Welt

Kinder- und Jugendbuchpreis

10. Mai 2012

Die österreichische Autorin Saskia Hula und die Illustratorin Ina Hattenhauer werden für ihr Buch "Die beste Bande der Welt" mit dem Luchs Kinder- und Jugendbuchpreis von Radio Bremen und Die Zeit ausgezeichnet. Esther Willbrandt hat das Buch schon gelesen.

Buchcover "Die beste Bande der Welt" [Quelle: Residenz Verlag]
Saskia Hula: Die beste Bande der Welt, Residenz Verlag, 40 Seiten, 14,90 Euro [Quelle: Residenz Verlag]

Die beste Bande der Welt

Es könnte glatt ein Slogan der Piratenpartei sein, aber die sind in diesem Fall wohl nicht gemeint. Tatsächlich nicht, nein. Die beste Bande der Welt entsteht, weil in dieser Geschichte alle Kinder auf dem Spielplatz sich plötzlich in "Banden" zusammenschließen. Die Mädchenbande, die mit den Regenmänteln, die Gefährlichen, die Kleinen und die Großen und so weiter. Aber es gibt einen Jungen, Oskar, der passt einfach nirgendwo dazu. Für die Großen ist er zu klein, für die Kleinen zu groß, und ein Mädchen ist er schon mal gar nicht. Also gründet er einfach seine eigene Bande.

Erstmal ist es die kleinste Bande der Welt, denn sie besteht ja nur aus Oskar. Aber Oskar ist schlau, er tut ganz wichtig und geheimnisvoll, und nach und nach wechseln immer mehr Kinder aus den anderen Banden zu ihm über. Und das ergibt dann wirklich die beste Bande der Welt.

Macht es die bunte Mischung?

Das ist sozusagen die Botschaft im Buch. Einmal, dass es natürlich immer schön ist, dazuzugehören, aber noch besser ist es, man bleibt man selbst und verbiegt sich nicht, und der Rest ergibt sich dann schon. Und dann wird natürlich ganz deutlich: Toleranz und Vielfalt ergeben einfach immer die spannendste Mischung an Menschen.

Wie wird die Geschichte erzählt?

Mit viel Witz, das auf jeden Fall. Die Texte richten sich an Erstleser und sind entsprechend knapp und einfach, aber oft mit einem Augenzwinkern. Zum Beispiel, wenn Saskia Hula schreibt, dass Oskar dringend einen Geheimplatz für seine Bande braucht, aber alle geheimen Plätze sind schon besetzt, inklusive des Kinderspielplatzes. Obwohl das ja nun wirklich der schlechteste aller Geheimplätze ist, weil der ja überhaupt nicht geheim ist. Das ist das Eine. Dazu die tollen Bilder.

Sie sind von Ina Hattenhauer. Entstanden sind sie am Computer, sehen aber aus wie Buntstiftzeichnungen und gehen jeweils über die ganzen Buchseiten. Und auch da sind ein paar schöne Details und Überraschungen versteckt, die einfach Spaß machen.

Sakia Hula [Quelle: Saskia Hula]
Sakia Hula [Quelle: Saskia Hula]

Die Autorin Saskia Hula

Saskia Hula wurde 1966 geboren und ist eine waschechte Wienerin. Sie schreibt irrsinnig viel. Seit 2004 ihr erstes Buch erschienen ist, "Romeo und Juliane", hat sie schon insgesamt um die 30 Kinderbücher geschrieben, dazu noch 9 oder 10 Bilderbücher. Eine wirklich leidenschaftliche Schreiberin – sie erzählt, wie es Kinder mögen und Erwachsene genießen: witzig, unkompliziert, direkt. Vor Ideen sprühend, mit besonderem Einfühlungsvermögen und trockenem Humor greift sie Themen auf, die Kinder wirklich bewegen. Dabei sind ihre Geschichten so lustig, dass auch die vorlesenden Erwachsenen voll auf ihre Rechnung kommen. Saskia Hula lebt mit Kind und Kegel abwechselnd im Burgenland und in Wien. Dort unterrichtet sie mit viel Engagement an einer Integrationsschule.

Ina Hattenhauer [Quelle: Residenz Verlag, Florian Wehking]
Ina Hattenhauer [Quelle: Residenz Verlag, Florian Wehking]

Die Illustratorin Ina Hattenhauer

Geboren ist sie 1982 in Berlin. Sie studierte an der Bauhaus-Universität Weimar und am Minneapolis College of Art and Design in den USA.

Seit 2009 ist sie Diplom-Designerin und arbeitet als selbstständige Illustratorin in Weimar.

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