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Luchs

Mein innerer Elvis

Kinder- und Jugendbuchpreis Luchs 285

7. Oktober 2010

Zum Buch

Antje und Elvis haben eins gemeinsam: den 16. August. An einem 16. August ist Elvis gestorben, an einem 16. August hat Antje Geburtstag. Zufälle gibt es nicht. Es ist ein Wink des Schicksals, davon ist Antje überzeugt. Deswegen müssen die beiden den 16. Geburtstag von Antje am 16.August feiern. Es gibt nur ein Problem: Antje ist mit ihren Eltern und der kleinen Schwester Klara in der falschen Richtung unterwegs. Die Niagarafälle stehen auf dem Programm – dabei will Antje dringend nach Graceland! Dass Nelly, Antjes zunächst gar nicht geliebte "Freundin" dabei ist, macht die Sache nicht besser. Doch ihr plötzliches Verschwinden eröffnet ungeahnte Möglichkeiten: Graceland scheint in greifbarer Nähe. Antje macht sich auf den Weg.
"Ein großer Spaß." Felix Bayer, Musikexpress

Buchcover Jana Scheerer "Mein innerer Elvis" [Quelle: Schöffling Verlag]
Jana Scheerer "Mein innerer Elvis", Schöffling Verlag, 17,95 Euro [Quelle: Schöffling Verlag]

Leseprobe

Ich liebe Elvis. Er macht die beste Musik, die ich in meinem ganzen Leben gehört habe. Ich kenne Elvis aus dem Fernsehen, wo eine Dokumentation über ihn lief. Am Anfang fand ich das ziemlich langweilig und habe nur nicht umgeschaltet, weil ich eine Magengrippe hatte und mir bei jeder Bewegung noch schlechter wurde. Ich habe einfach dagelegen und auf den Fernseher gestarrt, den Mama mir eingeschaltet hatte, damit ich nicht so alleine bin.
Elvis wurde in der Dokumentation immer fetter, was von dem ganzen Alkohol kam, den er getrunken hat. Das schwemmt auf, wie der Sprecher sagte. Außerdem war er fresssüchtig und aß einmal zwanzig Hamburger vor einem Konzert, nur um sie gleich wieder auszukotzen. Als ich das hörte, musste ich mich sofort zu der Schüssel vor meinem Bett runterbeugen. In dem Moment habe ich plötzlich eine tiefe Verbundenheit mit Elvis gespürt.

Als ich wieder hochschauen konnte, sagte der Sprecher "Elvis starb angeblich am 16. August 1977 an den Folgen seiner Tablettensucht." Ich saß sofort aufrecht im Bett. Am 16. August habe ich Geburtstag. Und dann sagte der Sprecher, dass Elvis gar nicht gestorben ist, sondern seinen Tod nur vorgetäuscht hat, um der Mafia zu entkommen. Er war geheimer Agent der amerikanischen Kriminalbehörden und hat als Lockvogel ein Geschäft mit der Mafia gemacht. Als die gemerkt haben, dass Elvis gar kein Blödmann ist, dem sie das Geld aus der Tasche gezogen haben, sondern ein Agent, der sie hochgehen lassen wird, wollten sie ihn aus dem Weg räumen. Und da hat Elvis sich einen Tag bevor der Prozess gegen die Mafiatypen losgehen sollte, aus dem Staub gemacht.

Die Autorin

Jana Scheerer [Quelle: Schöffling & Co, Franziska Buddrus]
Jana Scheerer [Quelle: Schöffling & Co, Franziska Buddrus]

Jana Scheerer wurde 1978 in Bochum geboren. Nach ihrem Studium der Germanistik, Amerikanistik und Medienwissenschaft arbeitet sie jetzt als akademische Mitarbeiterin am Institut für Germanistik der Universität Potsdam. Sie war Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin und wurde 2004 für ihr erstes Buch "Mein Vater, sein Schwein und ich" mit dem Literaturpreis Prenzlauer Berg ausgezeichnet. Jana Scheerer lebt in Berlin.

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