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Luchs 283

Nichts, was im Leben wichtig ist

Kinder- und Jugendbuchpreis Luchs

5. August 2010

Zum Buch

Der Berg der Bedeutung wächst. Reihum bestimmen die Kinder, was die nächste Gabe sein wird. Wer sein Opfer gebracht hat, darf den nächsten Klassenkameraden und dessen Opfer bestimmen. Die Vorgaben werden zusehend brutaler. So brutal und nüchtern wie nur Jugendliche von dreizehn Jahren sein können. Auf der Suche nach dem Sinn.

Buchcover "Nichts, was im Leben wichtig ist" [Quelle: Hanser Verlag]
Buchcover " Nichts, was im Leben wichtig ist" [Quelle: Hanser Verlag]

Sofie muss ihre Unschuld hergeben und der Gitarrist Johan seinen Zeigefinger opfern. Das alles passiert in einem scheinbar luftleeren Raum. Wie auf einer kahlen, grell beleuchteten Bühne. Niemand außer der Klasse hat Zugang zu diesem alten Sägewerk in einer unbedeutenden, durchschnittlichen Kleinstadt, in dem ein monströses Gebilde entsteht. Und auch das Einschreiten der Eltern und  der Polizei kann den Lauf der Dinge nicht mehr aufhalten.

Und Pierre Anthon, dem das Ganze gilt, bleibt unbeeindruckt. Eine erschütternde Parabel über das Erwachsenwerden, die Suche nach dem Sinn des Lebens und den Verlust von Grenzen.  

Leseprobe

..Wir lebten in Taering, einem Vorort einer mittelgroßen Provinzstadt. Er war nicht vornehm, aber ziemlich. Daran wurden wir oft erinnert, auch wenn es nicht laut gesagt wurde. Auch nicht leise. Ordentlich gemauerte, gelb verputzte Häuschen und rote Eigenheime mit Gärten ringsum, neue graubraune Reihenhäuser mir Vorgärten, und dann die Wohnungen, wo die wohnten, mit denen wir nicht spielten. Es gab auch ein paar alte Fachwerkhäuser und ehemalige Bauernhöfe, deren Land eingemeindet worden war, und einige weiße Villen, wo die wohnten, die noch mehr ziemlich vornehm waren als wir anderen.

Die Schule von Taering lag an einer Ecke, wo zwei Straßen aufeinandertreffen. Alle, bis auf Elise, wohnten an der einen, dem Taeringwej. Elise machte manchmal einen Umweg, um mit uns anderen zur Schule zu gehen. Jedenfalls bis Pierre Anthon nicht mehr zur Schule ging….

Die Autorin

Janne Teller [Quelle: Morten Holtum Nielsen]
Janne Teller [Quelle: Morten Holtum Nielsen]

Janne Teller wurde 1964 in Kopenhagen geboren. Ihre Vorfahren stammen aus Deutschland und Österreich.

Janne Teller studierte Jura, arbeitete als ökonomisch-politische Ratgeberin der EU und der UN. Sie lebte in Tansania und Mosambik, erlebte dort die Folgen des Bürgerkriegs. Seit 1995 ist sie freiberufliche Schriftstellerin.1999 schrieb sie einen Roman über religiösen und politischen Fanatismus Odins Insel.

Tellers Bücher sind Bestseller und sorgen häufig für heftige Kontroversen. Ihr erstes –  und bisher einziges –  Jugendbuch "Nichts" wurde an dänischen Schulen zunächst verboten, 2001 wurde es mit dem Kinderbuchpreis des dänischen Kulturministerium ausgezeichnet. 2008 wurde es in Frankreich zum besten Jugendroman gewählt und bekam den renommierten Prix Libbylit.
Das Buch ist inzwischen in 13 Sprachen übersetzt.

Heute lebt Janne Teller abwechselnd in Kopenhagen, New York und Paris.

Die Übersetzerin

Dr. Sigrid Engeler studierte in Frankfurt am Main Altgermanische und altnordische Philologie und Politikwissenschaften. Sie promovierte 1990 in Kiel über "Altnordische Geldwörter. Eine philologische Untersuchung altnordischer Geld- und Münzbezeichnungen und deren Verwendung in der Dichtung". Sie arbeitete in verschiedenen deutschen Verlagshäusern. Seit 1996 ist sie freiberuflich tätig.

Informationen zum Buch

Janne Teller
Nichts, was im Leben wichtig ist
Aus dem Dänischen von Sigrid Engeler
ISBN 978-3-446-23596-0
ab 14 Jahren VK 12,90 € (D) / 13,30 € (A) / 22,50 CHF (CH)

Weitere Informationen:

Luchs-Kinderbuchempfehlungen bei "Die Zeit"
Der Luchs