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Luchs 397

Die Welt in der Wunderkammer

6. Februar 2020

Der Luchs-Preis Februar geht an den Historiker Alexandre Galand und die Illustratorin Delphine Jacquot für das Sachbuch "Die Welt in der Wunderkammer". Das Buch ist erschienen im Gerstenberg Verlag und empfohlen für Leserinnen und Leser ab zehn Jahren.

Der Luchs des Monats Februar von Radio Bremen und der "Zeit" geht an "Die Welt in der Wunderkammer" von Delphine Jacquot und Alexandre Garland. Hinter dem XXL-Format steckt ein ungewöhnliches Sachbuch für Kinder, es führt durch die Geschichte der sogenannten Wunderkammern, und es zeigt, wie relativ wissenchaftliche Erkenntnisse sind und wie sie sich im Lauf der Zeit verändern. Interessant für Kinder und für Erwachsene. Das Buch ist im Gerstenberg Verlag erschienen und kostet 22,00 Euro.

Autor/-in: Reza Vafa
Länge: 4:06 Minuten
Datum: Donnerstag, 6. Februar 2020
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Das Sachbilderbuch stellt die Sammel-Leidenschaft und den Wissensdurst der Menschen unterschiedlicher Epochen dar und "schärft den Blick dafür, dass der Mensch dieser Neugier und Lust am Sammeln sein Wissen über die Welt und das, was sie zusammenhält, verdankt", urteilt Klaus Humann in der "Zeit".

Ein Buch zum Entdecken und Staunen

Das Herzstück des Buches bilden die vier Aufklapp-Tafeln, die die historische Entwicklung des Sammelns und Entdeckens in einer Wunderkammer aus je einer Epoche darstellen: Sowohl aus Wissensdrang als auch der Gier nach Reichtümern und Lust am Stehlen wurden hier ab dem 15. Jahrhundert ausgestopfte Tiere, seltene Pflanzen, geraubte Schätze oder Waffen ferner Orte oder Zeiten ausgestellt.

Alexandre Galand und Delphine Jacquot [Quelle: Privat]
Alexandre Galand und Delphine Jacquot [Quelle: Privat]

Ab dem 17. Jahrhundert ging es darum, zu sammeln, um sich und anderen die Welt zu erklären. Aus den Kuriositätenkabinetten wurden später die Naturkundemuseen und zoologischen Sammlungen, die wir heute kennen. Den Abschluss des Buches bilden die modernen Wunderkammern der digitalisierten Gegenwart und Zukunft.

"Im schnell wachsenden Segment der Kindersachbücher ist "Die Welt in der Wunderkammer" ein Solitär – aufklärerisch, überraschend, von hoher Ästhetik", so Humann. "Auf jeder der opulenten Bildtafeln gibt es viel zu entdecken und zu bestaunen. Die Geschichten hinter den Gegenständen werden auf den Folgeseiten erzählt, die ebenfalls reich bebildert sind." Die Leserinnen und Leser würden sich "lesend und betrachtend auf eine Forschungsreise" begeben, deren komplexe Zusammenhänge für Kinder verständlich und für Eltern einladend seien.

Die Luchs-Jury

Jeden Monat vergeben "Die Zeit" und Radio Bremen den Luchs-Preis für Kinder- und Jugendliteratur. Aus den zwölf Monatssiegern wird der Jahres-Luchs gewählt. Die Jury bilden Brigitte Jakobeit, Übersetzerin, Klaus Humann, ehemaliger Verleger des Carlsen und Aladin Verlags, Anja Robert, Redakteurin bei Radio Bremen, und Benno Hennig von Lange, Literaturhaus Frankfurt. Den Vorsitz hat Katrin Hörnlein, die bei der "Zeit" das Ressort Junge Leser und die Kinder- und Jugendliteratur verantwortet.

Die LUCHS-Jury empfiehlt außerdem:

Das Jugendbuch "Poet X" (Rowohlt Verlag), empfohlen ab 14 Jahren, das Kinderbuch "Annies Welt" (Dressler Verlag), empfohlen ab zehn Jahren, sowie das Bilderbuch "Jeder Tag ist Ida-Tag" (Moritz Verlag), empfohlen ab sechs Jahren.

Buchinfos:
Alexandre Galand/Delphine Jacquot, Die Welt in der Wunderkammer, Gerstenberg Verlag, 48 Seiten, 22 Euro

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 6. Februar 2020, 15:10 Uhr

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