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Luchs 384

Unendlich mal unendlich mal mehr

9. Januar 2019

Der Luchs-Buchpreis des Monats Januar geht an Ingrid O. Volden für ihr Buch "Unendlich mal unendlich mal mehr", erschienen bei Thienemann, übersetzt von Nora Pröfrock und empfohlen für Kinder ab elf Jahren.

Cover: Ingrid Ovedie Volden und Felicitas Horstschäfer, "Unendlich mal unendlich mal mehr", Thienemann-Esslinger [Quelle: Thienemann-Esslinger]
Ingrid Ovedie Volden und Felicitas Horstschäfer, "Unendlich mal unendlich mal mehr", Thienemann-Esslinger [Quelle: Thienemann-Esslinger]

Luchs 384: "Unendlich mal unendlich mal mehr" [4:29 Minuten]

Petra liebt gerade Zahlen. Die ungeraden verabscheut sie genauso sehr wie Wasser. Kein Wunder also, dass direkt an ihrem ersten Tag im ungeraden siebten Schuljahr ein Unglück passiert: Die frisch gebackene Siebtklässlerin lernt die Zahl Pi kennen – und übergibt sich beim bloßen Gedanken an deren unendlichen Dezimalstellen erst einmal quer über den Tisch. Daraufhin muss sie zum Schulpsychologen, der ihr Verhalten, die Welt immer systematisch anzugehen, als "Zwang" oder "magisches Denken" einordnet. Er stellt Petra kleine, vermeintlich einfache Aufgaben, wie Schwimmen und die Nachkommastellen von Pi auswendig lernen. So soll sie lernen, sich der Welt zu stellen. Schon bald ergänzt Petra diese Liste durch eigene Herausforderungen – ihre dabei wohl größte: dem Bruder ihrer besten Freundin Melika, deren Familie vor dem Krieg geflohen ist, zu helfen, den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Schnell merkt sie, dass sie mit ihren üblichen Ritualen für alltägliche Handlungen nicht weiterkommt und wirklich etwas tun muss.

Urteil der Jury

Ingrid Ovedie Volden [Quelle: Oddbjørn Steffensen]
Ingrid Ovedie Volden [Quelle: Oddbjørn Steffensen]

"Die große Stärke dieses kleinen Romans liegt darin, mit wenigen Federstrichen das Grundsätzliche, ja Philosophische zu skizzieren: Jedes Kind hat das gleiche Recht auf ein Aufwachsen in Sicherheit, nicht jedes aber hat dabei die gleichen Voraussetzungen und das Glück auf seiner Seite", urteilt Judith Scholter in der "Zeit". "Die Autorin konstruiert mit der zweiten Ebene ihrer Geschichte klug einen verstörenden Kontrast: hier das Mädchen aus Europa, dessen Name so viel wie Stein bedeutet und das dennoch im Leben niemals untergehen wird. Dort der Junge aus dem Nahen Osten, dessen Name mit Ewigkeit übersetzt wird und der schwimmen kann, aber trotzdem nicht ans rettende Ufer gelangt."

Die Luchs-Jury

Jeden Monat vergeben "Die Zeit" und Radio Bremen den Luchs-Preis für Kinder- und Jugendliteratur. Aus den zwölf Monatssiegern wird der Jahres-Luchs gewählt. Die Jury bilden Brigitte Jakobeit, Übersetzerin, Maria Linsmann, Kunsthistorikerin und Anja Robert, Redakteurin bei Radio Bremen. Den Vorsitz hat Katrin Hörnlein, die bei der "Die Zeit" das Ressort Junge Leser und die Kinder- und Jugendliteratur verantwortet.

Buchinfos:
Ingrid O. Volden: "Unendlich mal unendlich mal mehr", Thienemann Verlag, Übersetzung: Nora Pröfrock , 176 Seiten, 12,99 Euro. Empfohlen für Kinder ab elf Jahren.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 10. Januar 2018, 15:10 Uhr.
Und am Sonnabend, 12. Januar 2019, um 14.40 Uhr auf Cosmo.

Der Luchs