Livestream

Bremen Zwei Rubriken Kino-Premieren

Kino-Tipp

Wir beide

6. August 2020

Nina und Madeleine haben ein Geheimnis: Sie sind ein Paar. Sie wollen sich in Rom zur Ruhe zu setzen und ihre Beziehung bekannt geben. Alles ändert sich durch einen schweren Schicksalsschlag. Ein sehenswerter Film über eine große Liebe im Verborgenen.

Filmtipp von Jürgen Francke:

Nina und Madeleine haben ein Geheimnis: Sie sind ein Paar. Sie wollen sich in Rom zur Ruhe zu setzen und ihre Beziehung bekannt geben. Alles ändert sich durch einen schweren Schicksalsschlag. Ein sehenswerter Film über eine große Liebe im Verborgenen.

Autor/-in: Jürgen Francke
Länge: 3:49 Minuten
Datum: Samstag, 1. August 2020
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Madeleine, Französin, und die Deutsche Nina, beide Anfang 70, leben auf dem gleichen Flur in einem großzügigen Stadthaus irgendwo in Südfrankreich. Man könnte meinen, sie hätten lediglich ein freundschaftliches Verhältnis. Aber dann wird klar: die beiden Frauen verbindet viel mehr als der gemeinsame Flur. Sie haben sich bereits vor langer Zeit in Rom kennengelernt. Seitdem sind Nina und Madeleine ein Liebespaar. Zwar war Mado, wie Nina sie nennt, verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Doch der ungeliebte Ehemann ist mittlerweile verstorben. So schmieden die Frauen Zukunftspläne. Sie wollen zurück nach Italien, wo alles begann.

Mit viel Gefühl

"Wir beide", der französische Titel lautet schlicht "Deux", also "Zwei", ist ein Film, der Hoffnung, Täuschung und letztendlich grausame Realität höchst intelligent verknüpft. Wunderbar anrührende Bilder der beiden Frauen beim zärtlichen Tête-à-Tête oder auch nur in Großaufnahme beim Austausch ihrer Blicke, hat die Kamera intim und mit viel Gefühl für Nähe eingefangen. Allerdings: Vor einer gemeinsamen Zukunft in Rom muss Mado ihrer Tochter und dem Sohn die Wahrheit sagen. Und das kriegt sie nicht hin.

Ein Unglück

Eines Tages passiert das große Unglück. Mado erleidet einen Schlaganfall und verliert ihr Sprachvermögen. Von einem Moment auf den anderen verfügen andere Menschen über sie: Ärzte, die Tochter oder eine schnippische Pflegerin, die nun bei Mado wohnt. Den abrupten Wechsel von absoluter Nähe zu völliger Distanz des Paares vollzieht auch das Kameraauge. Nina ist plötzlich aus Mados Leben ausgeschlossen.

Ein Kinovergnügen

Martine Chevallier als zunächst ängstlich zurückhaltende, später wortlos, nur durch Mimik reagierende Mado, ist der ruhige Konterpart zur aktiven, manchmal aufbrausenden Nina. Barbara Sukowa spielt mal einfühlsam, dann mit Verve und jederzeit überzeugend. Und dass Regisseur Filippo Meneghetti in seinem Debütfilm den Geräuschen ebenso große Beachtung schenkt wie eindrucksvollen Bildeinstellungen durch Türspione oder Fenster, die Alfred Hitchcock erinnern: All das macht das Kinovergnügen in diesem Liebesfilm perfekt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 5. August 2020, 12:40 Uhr

Kino-Premieren