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Kino-Tipp

Tolkien

20. Juni 2019

Der britische Schriftsteller J.R.R. Tolkien ist der Schöpfer weltbekannter Bestseller wie "Der Hobbit" oder "Der Herr der Ringe", die auch erfolgreich verfilmt wurden. Jetzt kommt ein Film über die Jugendjahre Tolkiens ins Kino, inszeniert vom finnischen Regisseur Dome Karukoski. Eine Filmkritik von Jürgen Francke.

Der finnische Regisseur Dome Karukoski hat das Leben des "Herr der Ringe"-Schöpfers J.R.R. Tolkien verfilmt.

Autor/-in: Jürgen Francke
Länge: 3:33 Minuten
Datum: Donnerstag, 20. Juni 2019
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Blühende Phantasie und Leidenschaft für Sprachen

Der junge Mann hat es nicht leicht. Nach dem Tod des Vaters in Südafrika und dem Umzug zurück nach England stirbt zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch noch die Mutter. Der aufgeweckte, sprachbegabte John Ronald Tolkien ist plötzlich Waise. Zum Glück kommt er bei einer wohlhabenden Witwe in Birmingham unter, die ihm den Schulaufenthalt ermöglicht. Dort lernt Tolkien die junge Edith kennen, eine Seelenverwandte. Tolkien liebt es, sich phantastische Geschichten auszudenken. Und das ist nicht alles.

Schon seit meiner Kindheit bin ich fasziniert von Sprachen. Ich hab meine eigene erfunden...

In der Schule ist Tolkien mit seiner Leidenschaft für die Linguistik, aber auch für nordische Mythen und deren Sprachen nicht allein. Mit Schulkameraden aus der englischen Oberschicht bildet er einen Zirkel, genannt TCBS, wo sie ihre Interessen für Literatur, Malerei und Musik teilen können.

Atmosphärisch und gefühlsbetont

So findet sich in den frühen 1900er Jahren nach anfänglichen Schwierigkeiten ein verschworener Haufen zusammen – trotz Tolkiens relativer Armut im Gegensatz zu den anderen. Der finnische Regisseur Dome Karukoski hat sich alle Mühe gegeben, die Entwicklung des später weltberühmten Schriftstellers J.R. Tolkien atmosphärisch genau und sehr gefühlsbetont vor dem Hintergrund der rigiden britischen Klassengesellschaft zu inszenieren. So auch seinen unbändigen Wunsch, in der altsprachlichen Fakultät in Oxford studieren zu dürfen.

Seit frühester Kindheit bin ich fasziniert von Sprache, von ihr besessen ... Sie ist das Lebensblut einer Kultur, eines Volkes.

Tolkien hatte schon in seiner Jugend Phantasien über geheimnisvolle Welten. Die Dialoge, die sich um seine Vorstellungen drehen, wirken allerdings oft plakativ und bemüht. Unterbrochen wird die Darstellung seines Werdegangs von seinen späteren  traumatischen Kriegserlebnissen an der Westfront im Ersten Weltkrieg. Dadurch erhält Tolkiens Gedankenkosmos einen realistischen und erwachsenen Rahmen. Edith jedenfalls, die junge Dame seines Herzens, lässt sich auf diesen Mann ein. Und das können wir, mit kleinen Abstrichen, auch.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 20. Juni 2019, 11:40 Uhr

Kino-Premieren