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Kino-Tipp

Official Secrets

Drama um eine Whistleblowerin

21. November 2019

Die Britin Katherine Gun veröffentlichte vor gut 15 Jahren einen Skandal von weltpolitischer Bedeutung. Über sie und die Hintergründe geht es im neuesten Spielfilm von Regisseur Gavin Hood.

Die Britin Katherine Gun veröffentliche vor gut 15 Jahren einen Skandal von weltpolitischer Bedeutung. Über sie und die Hintergründe geht's im neuesten Spielfilm von Regisseur Gavin Hood.

Autor/-in: Jürgen Francke
Länge: 3:58 Minuten
Datum: Donnerstag, 21. November 2019
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Cheltenham in England. Hier befindet sich der Sitz des "GCHQ", des Nachrichten- und Fernmeldeaufklärungsdienstes des Vereinigten Königreiches. Katherine Gun arbeitet dort als Übersetzerin und geht bei ihrer Arbeit mit hochsensiblen Geheimdienstinformationen um. Es ist das Jahr 2003, kurz vor Ausbruch des Irakkriegs. Eines Tages ruft ihre Vorgesetzte alle Kollegen zusammen. Es geht um Verrat und Verstoß gegen den "Official Secrets Act".

Ein brisantes Dokument

Dieses Gesetz verbietet die Offenlegung von amtlichen Dokumenten und Informationen, die von der Regierung als sensibel angesehen werden. Das Kinopublikum weiß hier bereits: Katherine Gun hat dagegen verstoßen. Sie hat nämlich herausgefunden, dass der US-Geheimdienst NSA die britischen Kollegen ersucht, Diplomaten des UN-Sicherheitsrates auszuspionieren. So soll erreicht werden, dass deren Regierungen dem US-Antrag für den Einmarsch in den Irak zustimmen. Katherine ist entsetzt. Und sie entscheidet sich, das Dokument der britischen Zeitung "Observer" zukommen zu lassen. Die seriösen Journalisten prüfen natürlich die Echtheit des Dokuments.

Authentisches Enthüllungsdrama

Genau das, und nichts anderes, sind Katherines Motive, sich strafbar zu machen. Sie tut es aus Gewissengründen. Dieser authentische Fall wird in "Official Secrets" als eine Mixtur aus Spionage- und journalistischem Enthüllungsthriller aufgearbeitet. Wobei sich Katherine Gun, verkörpert von Keira Knightly, nicht medienwirksam in Szene setzt, wie zum Beispiel die Whistleblower Edward Snowden oder Julian Assange. Sie gibt ihr Tun intern zu und wird von dann ab von der Spionageabwehr verhört.

Bieder inszeniert

"Official Secrets" von Regisseur Gavin Hood streut zwar hier und da ein paar Spannungssequenzen ein, wenn es zum Beispiel um Kathrins kurdisch-türkischen Ehemann und seine drohende Abschiebung geht oder wenn sich der Observer-Journalist Martin Bright bei seinen Recherchen in Teufels Küche begibt. Ansonsten leidet der recht bieder inszenierte Film allerdings an seiner Fülle von Personen und Institutionen, die im Kinosessel erst einmal auseinander gehalten werden müssen. Keira Knightly in der Hauptrolle der Whistleblowerin zwischen Gewissen und Justiz verzichtet völlig auf äußerliche Attraktivität, ebenso übrigens wie Ralph Fiennes in der Rolle eines Menschenrechtsanwalts.

Fazit

Katherine Guns Handeln jedenfalls hat, so komisch es klingt, letztendlich keine juristischen Konsequenzen. Das Vereinigte Königreich, so lehrt es die Geschichte, hat nie Anklage erhoben. Im Irakkrieg starben trotzdem tausende Zivilisten und Soldaten. Damit ist dieser Film von großer Aktualität.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 21. November 2019, 12:10 Uhr

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