Livestream

Bremen Zwei Rubriken Kino-Premieren

Kino-Tipp

Gut gegen Nordwind

12. September 2019

Die Geschichte geht auf den Erfolgs-Roman des österreichischen Autors Daniel Glattauer zurück. Darin spielen Alexander Fehling und Nora Tschirner ein Leinwand-Paar, das sich nicht zu Gesicht bekommt. Die beiden Protagonisten verkehren ausschließlich per E-Mail. Jürgen Francke stellt "Gut gegen Nordwind" vor.

Die Geschichte geht auf den Erfolgs-Roman des österreichischen Autors Daniel Glattauer zurück. Darin spielen Alexander Fehling und Nora Tschirner ein Leinwand-Paar, das sich nicht zu Gesicht bekommt. Die beiden Protagonisten verkehren ausschließlich per E-Mail.

Autor/-in: Jürgen Francke
Länge: 3:48 Minuten
Datum: Donnerstag, 12. September 2019
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Leo, Anfang 40 und Linguist an der Uni, ist durch den Wind. Gerade hat ihn seine Freundin verlassen. In dieser desolaten Lage erreicht ihn eine E-Mail. Da will eine Frau, ihr Name ist Emma, ein Zeitungsabo abbestellen. Leo schreibt sofort zurück. Nun entwickelt sich ein reger Austausch zweier sich völlig unbekannter Menschen.

Kurzweiliger Austausch

In den ersten 40 Minuten fokussiert sich die Kamera ausschließlich auf Leo, gespielt von Alexander Fehling. Und es stellt sich unwillkürlich die Frage: Wie will Regisseurin Vanessa Jopp ihr Publikum bei der Stange halten, wenn es im Grunde genommen nur um den Austausch von E-Mails geht? Die Antwort: Überraschend kurzweilig. Der von der Trennung von seiner Freundin ebenso verunsicherte wie nunmehr neugierige Leo reagiert in allen möglichen – und unmöglichen – Alltagssituationen auf die ebenfalls sprachversierte Emma.

Alles virtuell

Regisseurin Jopp lässt die verheiratete Emmi, sie wird verkörpert von Nora Tschirner, erst nach einer dreiviertel Stunde auf der Leinwand erscheinen. Leo und Emmi sind da bereits recht vertraut miteinander. Mit ihren Stimmen aus dem Off hören wir ihre Gedanken. Die E-Mails sehen wir auf Smartphones, dem Computerbildschirm und manchmal an die Zimmerwand projiziert. Und ständig steht eine zweite Frage im Raum: Wann treffen sie sich denn nun?

Melodramatische Zwischentöne

Die romantische Komödie mit melodramatischen Zwischentönen geht über zwei Stunden. Zunächst müssen Emmi und Leo den Filmtitel "Gut gegen Nordwind" klären, ein paar Schwierigkeiten überwinden und sogar eine zufällige Beinahe-Begegnung überstehen. Schließlich sind ein Neu-Single, Leo, und eine Ehefrau und Mutter, Emmi, nicht gerade prädestiniert für eine Liebesbeziehung.

Fazit

Es gibt kein Klischee-Ende á la Hollywood. Der unterhaltsame Film zieht zwar routiniert seine Romanzen-Register, aber platt ist er nicht. Und er wartet mit einem nächtlichen Feuerwerk über der Stadt auf. Wie im modernen Märchen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 1. September 2019, 11:40 Uhr

Kino-Premieren