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Kino-Tipp

Master Cheng aus Pohjanjoki

30. Juli 2020

Auf der Suche nach einem alten Freund landet ein chinesischer Koch zusammen mit seinem Sohn in Finnland. Ein herzerwärmender Film über kulturelle Gegensätze und ansprechend inszeniertes Essen. Mika Kaurismäkis ungewöhnliche Komödie spielt in seiner Heimat Finnland, im äußersten Norden Suomis. Ein Film-Tipp von Jürgen Francke.

Auf der Suche nach einem alten Freund landet ein chinesischer Koch zusammen mit seinem kleinen Sohn in Finnland. Ein herzerwärmender Film über kulturelle Gegensätze und ansprechend inszeniertes Essen.

Autor/-in: Jürgen Francke
Länge: 3:32 Minuten
Datum: Donnerstag, 30. Juli 2020
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Das sommerliche Pohjanjoki, ein kleines Dorf im Norden Finnlands. Hier kann man außer Rentierherden und spektakulären Hügel- und Waldpanoramen nicht viel erleben. Und so wundert sich Sirkka, die Betreiberin einer Imbissgaststätte an der Durchgangsstraße, als eines Tages ein Chinese mit seinem 12-jährigen Sohn vor ihr steht und nach einem gewissen Herrn Fongtron fragt.

Sprachvielfalt

Dass in dieser liebenswürdigen Komödie munter Englisch – mit Untertiteln, Finnisch – das natürlich deutsch synchronisiert – und ein wenig Chinesisch geredet wird, tut dem Verständnis keinen Abbruch. Besonders, weil die Handlung ziemlich vorhersehbar ist. Denn nachdem Sirkka ihren Gästen aus Fernost zunächst ein Zimmer zum Übernachten anbietet, kommt am folgenden Tag eine chinesische Reisegruppe in den Imbiss. Und die findet original finnischen Papp-Kartoffelbrei mit fettiger Wurstsoße ganz und gar unappetitlich.

Kulinarische Zaubereien

Und selbstredend entpuppt sich Herr Cheng, so ist sein Name, als Meisterkoch aus Shanghai. Seine fernöstlichen kulinarischen Zaubereien mit Rentierfleisch und Fisch aus den lokalen Gewässern schmecken nicht nur den chinesischen Touristen. Auch die kauzigen Einheimischen, alle jenseits der 75, sind nach anfänglichen Vorurteilen mehr als begeistert.

Regisseur Mika Kaurismäki fügt mit "Master Cheng in Pohjanjoki" dem hinlänglich bekannten Muster des "Culture clash" ein neues Beispiel hinzu, ganz ohne lästige finnische Mücken oder gar Fremdenfeindlichkeit, dafür mit der Magie des Kochens, die sogar Alters-Gebrechen verschwinden lässt.

Ein Filmmärchen

Chengs ursprüngliche Suche nach Herrn Fongtron löst sich bald in Wohlgefallen auf, und so wird "Master Cheng" zu einem freundlichen Filmmärchen über Toleranz und Freundschaft. Spätestens, als die Finnen nach einigen Wodkas den Chinesen in die Sauna einladen, ist das Eis gebrochen. Und wir im Kinosessel können uns mitfreuen. So einfach ist das manchmal mit Leinwandgeschichten.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 30. Juli 2020, 13:40 Uhr

Kino-Premieren