Livestream

Bremen Zwei Rubriken Kino-Premieren

Kino-Tipp

Ein Leben voller Licht

23. Juli 2020

Der Wissenschaftler und Tüftler Thomas Edison und sein Rivale George Westinghouse stehen im Mittelpunkt des Films. Beide kämpfen um die Vorherrschaft als frühe Stromversorger. Ein Historiendrama mit prominenten Namen auf der Besetzungsliste. Jürgen Francke stellt den Film vor.

Der Wissenschaftler und Tüftler Thomas Edison und sein Rivale George Westinghouse stehen im Mittelpunkt des Films. Beide kämpfen um die Vorherrschaft als frühe Stromversorger.

Autor/-in: Jürgen Francke
Länge: 3:54 Minuten
Datum: Donnerstag, 23. Juli 2020
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Amerika erhellen

Es ist der 27. Januar 1880. Der Amerikaner Thomas Alva Edison ist überzeugt, es geschafft zu haben: Er hat einen Vakuum-Lichtspender mit einem Glühfaden in einer Glashülle zwar nicht erfunden, aber weiterentwickelt und vor allem patentiert. Mit dieser Lichtquelle, später heißt sie Glühbirne, will er Amerika und die Welt auch im Dunkeln zum Strahlen bringen.

Rennen um das beste Stromformat

Anstatt zehn Minuten hält Edisons Glühbirne unglaubliche 13 Stunden durch, bis sie durchbrennt. Das Problem: Edisons Technik beruht auf Gleichstrom. Und hier kommt sein ewiger Rivale George Westinghouse ins Spiel. Der hat nämlich auch vor, die elektrifizierten USA in eine strahlende Zukunft zu schicken.

"The current War" heißt dieses Rennen um das beste Stromformat im Original. Also in etwa "Der Krieg um den elektrischen Strom". Hier bei uns heißt der Film "Ein Leben voller Licht". Das ist der deutsche Untertitel von "Edison". Er führt allerdings ein wenig in die Irre, ist der Film doch durchgängig dunkel, ja düster gehalten. Allenfalls ein paar matte Funzeln erleuchten die Kinoleinwand.

Mit Benedict Cumberbatch

Szene aus dem Film "Edison - Ein Leben voller Licht". [Quelle: Leonine Distribution]
Edison - Ein Leben voller Licht [Quelle: Leonine Distribution]

Von Erhellen kann gar keine Rede sein, weder atmosphärisch noch inhaltlich. Das fängt mit dem blassen Benedict Cumberbatch als Edison an. Und da der Film mit dem Konkurrenten Mr. Westinghouse und dem aufstrebenden Techniktalent Nicola Tesla, der ebenfalls Stromforschungen betreibt, zwei weitere Hauptfiguren aufweist, ergibt der deutsche Verleihtitel "Edison" noch weniger Sinn. Auch wenn der arrogante Thomas Alva als Einziger hin und wieder Emotionen zeigen darf und den Choleriker heraushängen lässt.

Ästhetisch schön, aber ohne Tiefgang

Dem Film fehlt Inspiration und Empathie, um so etwas wie Mitgefühl, Interesse oder gar Spannung zu erzeugen. Die chronologisch angelegte Inszenierung arbeitet sich an Forschungsfortschritten seiner Protagonisten ab und der ewigen Frage, was Zukunft hat: Gleich- oder Wechselstrom. Auch wenn die angeblich humane Nutzung des Stroms für den Elektrischen Stuhl erwähnt wird, wenn Edison zunächst den akustischen Phonographen, einen simplen Stimmenrekorder, später den optischen Kinematographen erfindet: Das Geschehen kommt einer Nummernrevue gleich, ohne Tiefgang oder gar eine kritische Beleuchtung der gesellschaftlichen Bedeutung all dieser Neuheiten.

Immerhin sind Dekor und Ausstattung wirklich gut gelungen, und auch die Kamera und der Schnitt lassen zumindest künstlerische Ambitionen erahnen. Damit ist "Edison" nicht völlig belanglos.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 23. Juli 2020, 12:40 Uhr

Kino-Premieren