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Kino-Tipp

Undine

2. Juli 2020, 16:40 Uhr

Im aktuellen Film von Regisseur Christian Petzold, "Undine" geht es um eine Unterwasser-Liebe in Berlin. Paula Beer spielt die Titelrolle der sagenumwobenen Wassernymphe. Unser Filmkritiker Jürgen Francke freut sich, wieder ins Kino gehen zu können und stellt den Film vor.

Im aktuellen Film von Regisseur Christian Petzold geht es um eine Unterwasser-Liebe in Berlin. Paula Beer spielt die Titelrolle des sagenumwobenen Wassergeistes.

Autor/-in: Jürgen Francke
Länge: 3:26 Minuten
Datum: Donnerstag, 2. Juli 2020
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Dass die deutsche Hauptstadt auf Wasser gebaut ist, wissen vielleicht Berliner, wir im Kinosessel erfahren es von Undine, gespielt von Paula Beer. Die Historikerin hält Führungen über Berlins Entwicklungsgeschichte ab.

Christoph, Mitte 30, gespielt von Franz Rogowski, hat sich gerade in einer Arbeitspause ihren Vortrag angehört. Und weil er sich bei Undine bedanken will, die er zufällig in einem Gartenlokal wieder sieht, folgt er ihr in den Innenraum. Die schönste, weil anrührendste Szene des Films findet nun vor und unter einem riesigen Aquarium statt. Christoph stolpert dagegen, Undine will ihn zurückziehen. Zu spät. Rauschende Wassermassen ergießen sich über die beiden, die nun zusammen völlig durchnässt am Boden liegen.

Christoph und Undine

So kann man sich also auch kennenlernen. Undine hat, wie die gleichnamige Wassernymphe, eine große Affinität zum nassen Element hat. Und sie wurde gerade von ihrem Freund verlassen. Genau wie die mythische Undine droht auch die Berlinerin im Hier und Jetzt mit ernsthaften Konsequenzen.

Christoph hat von alledem natürlich keine Ahnung, als er sich Hals über Kopf in Undine verliebt. Der Industrietaucher, der in Berlin unter Wasser Brücken repariert, ist hin und weg. Und so nimmt eine ebenso unmögliche wie zärtliche Amour fou ihren Lauf.

Intensive und surreale Bilder

Der Film bewegt sich immer haarscharf zwischen geheimnisvoller Sage und realer Gegenwart in der Urbanität Berlins. Das Paar, und mit ihm die Kamera, begibt sich häufig weg aus dem großstädtischen Trubel, unter die Wasseroberfläche. In einen surrealen Raum in der Tiefe. Hier, in einer grau-grünen, milchigen Atmosphäre zwischen Schlingpflanzen und Abwasserrohren, sind Christoph und Undine frei und losgelöst. Undine will lieben. Sie will nicht töten. Und die betörenden Aufnahmen beweisen wieder einmal: Im Medium Film erzählen die Bilder die Geschichte. Das beherrscht Regisseur Petzold wie kaum jemand sonst. Mit Leichtigkeit und Intensität gleichermaßen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 2. Juli 2020, 16:46 Uhr

Kino-Premieren