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Kino-Tipp

Greta

17. Mai 2019

In den 80er und 90er Jahren sorgte der irische Regisseur und Drehbuch-Oscarpreisträger Neil Jordan für große Aufmerksamkeit mit Kinofilmen wie die schwarze Gangsterstory "Mona Lisa" oder das historische IRA-Drama "Michael Collins". Jetzt ist er endlich zurück im Kino. Und mit ihm die französische Star-Schauspielerin Isabelle Huppert. Ihr gemeinsamer Film "Greta" spielt in New York und fängt ganz harmlos an. Jürgen Francke stellt ihn vor.

Eine junge Frau findet eine Handtasche in der U-Bahn. Sie gibt sie der Besitzerin zurück und lernt eine gruselige Klavierlehrerin kennen.

Autor/-in: Jürgen Francke
Länge: 3:34 Minuten
Datum: Donnerstag, 16. Mai 2019
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Alles scheint in bester Ordnung. Die junge Kellnerin Frances und ihre beste Freundin Erica, von Beruf reiche Tochter, leben zufrieden in einem noblen Loft im Süden Manhattans in New York. Eines Abends auf der Heimfahrt bemerkt Frances eine herren-, oder besser: damenlose Handtasche, die sie mit nach Hause nimmt. Am nächsten Tag bringt sie die Tasche ihrer Besitzerin zurück.

Frances trifft Greta

Die gut erzogene Frances klingelt an einer Tür in einem malerischen Hinterhof in Brooklyn. Eine Dame, Mitte, Ende 50, mit französischem Akzent öffnet.

... Du bist extra hergekommen, bei diesem Wetter. Darf ich dir vielleicht einen Kaffee anbieten? Er ist so gut wie fertig.

(Aus dem Film)

"Greta" von Regisseur Neil Jordan spielt von Anfang mit der Zutatenliste eines Kinothrillers: Kaum trinken Greta und Frances Kaffee, dringen dumpfe Töne aus der Wand hinter dem Klavier. Ruhe wird Frances von nun ab keine mehr haben.

Die aufkeimende Freundschaft zwischen den beiden entwickelt sich innerhalb weniger Tage zu einer engeren Beziehung. Greta fragt Frances aus, und die erzählt von ihrer kürzlich verstorbenen Mutter. Auch Greta vermisst ihre Tochter, die scheinbar in Paris studiert. Es scheint, als hätten sich zwei Seelenverwandte getroffen. Und dann passiert es, beim Abendessen bei Greta.

Das Grauen hinter der Fassade

Die Dinge nehmen ihren unheimlichen Lauf, und die drohenden Töne der Streichinstrumente machen mehr als klar: Was Frances da gerade im Schrank gefunden hat, ist mehr als schrecklich. Spätestens hier verbietet es sich, die Handlung von Neil Jordans "Greta" allzu ausführlich wiederzugeben. Der irische Regisseur beherrscht die Klaviatur von Horror und Spannung, die Französin Isabelle Huppert als hinterhältige, zunehmend psychopathische Greta und der US-Teenie-Star Chloé Grace Moretz in der Rolle der freundlich-naiven Frances liefern sich einen spannenden Kampf.

Fazit

Regisseur und Drehbuchautor Jordan versteht sein Genre-Handwerk. Und die beiden Hauptdarstellinnen auch, selbst wenn sie einige dramaturgische Ungereimtheiten nicht ganz überspielen können. Aber dafür sind sie nicht verantwortlich. Allerdings: Der Regisseur hat sich im Genre des Thrillers nicht gerade innovativ hervorgetan. Sorry, Mr. Jordan. So oder so ähnlich kennen wir das bereits.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 16. Mai 2019, 12:40 Uhr

Kino-Premieren