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Kino-Tipp

Emma

5. März 2020

In Großbritannien sind die Gesellschafts-Romane von Jane Austen immer noch sehr beliebt. Sie werden regelmäßig für´s Fernsehen oder die Kino-Leinwand verfilmt. So auch das Buch "Emma", Austens Roman von 1816. Der Stoff kam 1996 mit Gwyneth Paltrow ins Kino, 2009 als BBC-Mini-Serie ins Fernsehen. Jetzt hat die amerikanische Regisseurin Amber De Wilde die Geschichte von "Emma" ins Kino gebracht. Jürgen Francke stellt den Film vor.

Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die finanziell unabhängig und selbstbewußt ist und versucht ihre Mitmenschen miteinander zu verkuppeln.

Autor/-in: Jürgen Francke
Länge: 3:39 Minuten
Datum: Donnerstag, 5. März 2020
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

"Hübsch, klug und reich" steht da zu Beginn des Films geschrieben bevor die Kamera auf das Gesicht der Titel- und Hauptfigur "Emma" schwenkt. Ja, jung ist sie, genauer gesagt 21. Es ist augenscheinlich, dass sich diese wohlhabende, unverheiratete Dame aus dem englischen Gentry, dem niederen Adel, für eine junge Frau zu Beginn des 19. Jahrhunderts recht selbstbewusst und standesgemäß gibt. Auch den Avancen des örtlichen Vikars begegnet Emma deutlich ablehnend.

Emma und Harriet

Miss Smith ist Harriet Smith, die etwas einfältige und autoritätshörige neue Freundin von Emma. Sie blickt zu ihr auf, hängt an ihren Lippen. Und Emma, die es ohnehin liebt, in ihrem Bekanntenkreis Menschen zusammenzubringen und Beziehungen anzubahnen, nimmt Harriet unter ihre Fittiche. Allerdings, das Heiratsersuchen eines Farmers, das kann Emma nicht gutheißen. Denn Emma hat bereits einen Anderen für Harriet im Sinn – ausgerechnet den in Liebesdingen unbeholfenen Vikar.

Opulent und unterhaltsam

Diese Neuverfilmung des Jane-Austen-Romans "Emma" ist ein opulent bebilderter Beziehungsreigen, ein unterhaltsamer Ausstattungsfilm, stets nah an der literarischen Vorlage. Emma bemüht sich weiter mit großer Freude, in der gesamten adligen Bekanntschaft mögliche Heiratskandidaten zu verkuppeln. Und das sind einige. Sie selbst sucht gar keinen Ehemann in spe. Auch wenn es zahlreiche Aspiranten und Möglichkeiten gibt. Schließlich ist Emma eine gute Partie. Und als der Gutsherr Mr. Knightley nach einigen Wirren und Missverständnissen am Ende um Emma wirbt, kann selbst die umtriebige junge Frau nicht widerstehen.

Sehenswerte Hauptdarstellerin

Von einer feministisch angehauchten Interpretation des Jane-Austen-Stoffes zu sprechen, wäre somit weit hergeholt. "Emma" ist auch kein kritisches Sittengemälde seiner Zeit. Der Film ist ein liebenswertes, romantisches Auf und Ab: mit einer überzeugenden Hauptdarstellerin, Anya Taylor-Joy, einem homogenen Schauspieler-Ensemble und einer soliden Regieführung der amerikanischen Regisseurin Autumn De Wilde.

Fazit

125 Kino-Minuten Eintauchen in vergangene Zeiten mit ihren prächtigen Kostümen, ulkigen Frisuren und Standesdünkel. Ein Film wie gemacht für einen verregneten Nachmittag.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 5. März 2020, 10:40 Uhr

Kino-Premieren