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Kino-Tipp

"Monsieur Claude und seine Töchter 2"

4. April 2019

Fünf Jahre nach dem französischen Erfolgsfilm "Monsieur Claude und seine Töchter" geht die Geschichte um den konservativen Vater und seine multitkulturellen Schwiegersöhne weiter. Jürgen Francke stellt den Film vor.

Die Fortsetzung ist da: Fünf Jahre nach dem Erfolgsfilm "Monsieur Claude und seine vier Töchter" geht die Geschichte um den konservativen Vater und seine multitkulturellen Schwiegersöhne weiter. Ein großes Wiedersehen mit allen Figuren.

Autor/-in: Jürgen Francke
Länge: 3:44 Minuten
Datum: Donnerstag, 4. April 2019
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Es hat sich so gut wie gar nichts verändert bei der Großfamilie Verneuil. Zur Erinnerung: Der traditionsbewusste Patriarch Monsieur Claude, mittlerweile in Rente, wohnt mit seiner Frau Marie weiterhin auf einem Anwesen im Osten Frankreichs. Und die vier Töchter sind immer noch jeweils mit einem Moslem, einem Juden, einem Afrikaner und einem Chinesen verheiratet. Bei den Multi-Kulti-Beziehungen ist also alles in Butter. Na ja, fast. Den vier Schwiegersöhnen wird es in Frankreich leicht ungemütlich. Sie hadern mit der Akzeptanz im Lande gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund.

Auswanderungspläne

Die Fortsetzung der Erfolgskomödie "Monsieur Claude und seine Töchter" muss ja, in Ermangelung einer stringenten Handlung, das sei schon mal verraten, eine gewisse Fallhöhe aufweisen. Also geht es diesmal um den Wunsch der so verschiedenen, aber miteinander bestens befreundeten Schwiegersöhne, Frankreich zu verlassen.

Dieser komödiantischen Nummernrevue, so konstruiert sie auch wirkt, kann man eigentlich nicht böse sein. Monsieur Claude bemüht sich nach Kräften, sein Heimatland Frankreich unter Präsident Macron im neuen, neo-liberalen und vor allem: toleranten Licht erscheinen zu lassen. Aber das ist gar nicht so leicht.

Monsieur Claudes Manipulationen

Bei der Überzeugungsarbeit in Frankreich zu bleiben, hilft Monsieur Claude mit guten Worten und einigem Geld kräftig nach. Er besticht potentielle Arbeitgeber, die den Ehemännern seiner Töchter eine erträgliche Zukunft, ausgerechnet in der ostfranzösischen Provinz, ermöglichen sollen. Zwischendurch geht es gewohnt rustikal durch die Niederungen des dialogischen Humors.

Solide und oberflächlich

Die Filmfiguren dieser technisch grundsolide produzierten Komödie werden durch die gleiche Schauspielerriege verkörpert wie im Vorgängerfilm. Die geographischen und kulturellen Identitäten der Protagonisten bleiben reduziert auf oberflächliche Äußerlichkeiten. Politische Verweise zum Beispiel auf den auch in Frankreich zunehmenden Antisemitismus werden ausgespart.

Fazit

Dem Film sind ein paar Regentage hierzulande zu wünschen. Dann könnte es heißen: Ab ins Kino, Gehirn ausschalten und sich berieseln lassen. Fertig ist der Wohlfühlnachmittag, oder -abend.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 4. April 2019, 14:10 Uhr

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