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Kino-Tipp

Ausgeflogen

18. Juli 2019

In "Ausgeflogen" erzählt die französische Regisseurin Lisa Azuelos, wie schwer es für eine Mutter ist, wenn das Kind flügge wird und zum Studieren auf einen anderen Kontinent gehen will. Jürgen Francke stellt den Film vor.

Der neueste Film der französischen Regisseurin Lisa Azuelos befasst sich damit, wie schwer es für eine Mutter ist, wenn das Kind flügge wird und zum Studieren auf einen anderen Kontinent gehen will.

Autor/-in: Jürgen Francke
Länge: 3:17 Minuten
Datum: Donnerstag, 18. Juli 2019
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Die Pariserin Héloise, knapp 50 und alleinerziehend, kommt dem Klischee einer Helikopter-Mutter sehr nah. Ihren Sohn, der schon ausgezogen ist, hat sie in ihrem Restaurant angestellt. Dann sieht sie ihn jeden Tag. Doch jetzt ist ihr 18-jähriges Nesthäkchen Jade flügge geworden und will weit weg von ihr studieren. Die quirlige Héloise ist ganz aufgelöst.

Leben nach den Kindern

Der deutsche Filmtitel "Ausgeflogen" von "Mon bébé", also "Mein Baby", deutet es an: Was macht eine leicht chaotische Frau und Mutter wie Héloise mit sich und ihrem Leben nach den Kindern? Das ist das zentrale Motiv in dieser Komödie von Lisa Azuelos. Ein nennenswertes Handlungsgerüst hat dieser Film nicht. Eigentlich verlässt sich die Regisseurin und Drehbuchautorin voll auf ihre Hauptdarstellerin Sandrine Kiberlain. Sie wirbelt mit unbändiger Energie durch die turbulente Szenenabfolge und trauert manchmal in melancholischen Rückblenden der Zeit nach, als die Familie noch intakt war und die Kinder klein.

Liebenswerter Unterhaltungsfilm

"Ausgeflogen" ist ein liebenswerter Unterhaltungsfilm, der es mit dramaturgischen Details nicht so genau nimmt. Warum man die Restaurant-Besitzerin Héloise kaum arbeiten sieht und wie sie die großzügige Wohnung in exklusiver Pariser Lage finanziert? Egal, hier geht es um kleine und große Gefühle. Um Verlust und Hoffnung. In einer Szene, Héloise hat ihr Smartphone verloren, auf dem sie viele Videos ihrer jüngsten Tochter gespeichert hatte, da bekommt der Film sogar etwas psychologischen Tiefgang. Denn die sich ständig sorgende Mutter muss feststellen, dass ihre Kinder ähnlich fürsorgliche Gefühle haben.

Fazit

Ein warmherziger Film über die Lebensängste ganz normaler Menschen, über Generationen-Konflikte und über den Mut nach vorn zu schauen. Die Hauptdarstellerin Sandrine Kiberlain darf nach Lust und Laune auch mit ihrem Alter, sie ist 51, kokettieren. Das ist jetzt nicht gerade der größte Kino-Wurf dieses Jahres, aber solide gemachte Unterhaltung aus Frankreich.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 18. Juli 2019, 14:10 Uhr

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