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Film-Tipp

A rainy day in New York

5. Dezember 2019

Im Kino ist es dunkel und seichte Jazz-Musik setzt ein. Dazu rollt auf der Leinwand der Vorspann von oben nach unten. Ja, so etwas gibt es noch. Und wenn man es nicht ohnehin wüsste: Das muss ein Woody-Allen-Film sein.

Im Kino ist es dunkel und seichte Jazz-Musik setzt ein. Dazu rollt auf der Leinwand der Vorspann von oben nach unten. Ja, so etwas gibt es noch. Und wenn man es nicht ohnehin wüsste: Das muss ein Woody Allen-Film sein.

Autor/-in: Jürgen Francke
Länge: 3:20 Minuten
Datum:
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Auch das 49. Werk des Altmeisters beginnt wie die meisten seiner Vorgänger. Die Handlung setzt in der Universität Yardley in Pennsylvania ein, bevor es in den Big Apple New York geht. Gatsby und Ashleigh, ein Liebespaar, beide Anfang 20 und aus gutem Hause, sind begeistert. Die Studentin soll einen Filmregisseur für die Uni-Zeitung befragen – in Manhatten. Gatsby ist begeistert. Er will Ashleigh unbedingt begleiten.

Es wird nass und altklug

Der Filmtitel "A rainy day in New York" nimmt zwar viel, aber nicht alles vorweg. Es wird also nass von oben. Während Ashleigh ganz aufgeregt ihren Interviewpartner trifft, bummelt Gatsby durch Manhattan. Und trifft – rein zufällig – die Schwester seiner Ex-Freundin.

Bräsig und altklug, durchsetzt von wohl bekannten "Woody Allen"-Bonmots, geht es weiter. Eine stringente Handlung hat der Film nicht. Er springt zwischen Gatsby und Ashleigh hin und her, die sich ständig verpassen. Aus der Kutschfahrt oder dem Candle-Light-Dinner wird nichts. Dafür trifft die junge Frau, schon heftig angetrunken, Schauspieler und andere Leute aus dem Filmbusiness.

Dramaturgisch pantoffelige Anmutung

Wie zum Beispiel Ted. Er ist Drehbuchautor und wird verkörpert von Jude Law, taucht aber nur in wenigen Szenen auf. Ansonsten ist, ganz Woody Allen, ein nostalgisches New York der Hauptdarsteller. Die Straßen sind romantisch grau und nass. Die Innenräume – Bars, Museen oder mondäne Hotels – sind in warmes Licht getaucht, während unablässig laue Klimpermusik ertönt. Alles wirkt wie aus der Zeit gefallen.

Dadurch, dass Woody Allen noch nie zuvor mit so jungen Hauptdarstellern wie Timothée Chalamet und Elle Fanning gedreht hat, fragt man sich unwillkürlich: Will der 84-jährige Regisseur mit seiner gebremsten Turbulenz, der intellektuell-sinnfreien und dramaturgisch pantoffeligen Anmutung etwa ein jüngeres Publikum ansprechen? So ganz bestimmt nicht. Und ja, jetzt gibt es fünf Euro ins Phrasenschwein: Dieser regnerische Tag in New York plätschert vor sich hin. Wer's mag.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 5. Dezember 2019, 11:38 Uhr

Kino-Premieren