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Die Morgenandacht

Recht und Gerechtigkeit

16. Mai 2018, 5:53 Uhr

„Möge das Recht heranrollen wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein Fluss, der nicht versiegt.“ steht im Buch des Propheten Amos. Das ist Gottes Traum für diese Erde. Das, worauf wir hoffen, der Grund weshalb wir beten, soll weiterfließen. Hinein in unseren Alltag. Hinein in unsere Welt. Die braucht Recht und Gerechtigkeit. Zum Beispiel wenn es um faire Löhne geht. Fast alle unsere Kleidungsstücke werden von Menschen in armen Ländern hergestellt. Für Löhne, die kaum zum Leben reichen. Unter Bedingungen, die nicht menschenwürdig sind.

Unsere Supermärkte sind voll. Es gibt zu jeder Jahreszeit alles, was das Herz begehrt. Doch auf wessen Land wachsen im Dezember unsere Erdbeeren? Wem fehlt das Wasser, das unsere Avocados brauchen? Gut, dass es Menschen gibt, die gegensteuern. Menschen, die bewusst einkaufen. Menschen, die sich engagieren. Die aufklären, die mitarbeiten. Menschen, die kämpfen für Recht und Gerechtigkeit weltweit. Und dann sind da noch die, die sich genau unsere Werte auf die Fahnen schreiben. Die den Untergang des christlichen Abendlandes herbeigrölen. Dabei gehört doch zu unseren christlichen Werten genau das, was Gott fordert: Möge das Recht heranrollen wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein Fluss, der nicht versiegt. Da werden Grenzen abgeriegelt und Familien auseinandergerissen.

Alte, Kranke, Frauen und Kinder müssen in Kriegsländern ausharren. Dürfen nicht in Sicherheit, dürfen nicht zu ihrem Ehemann und Vater. Hauptsache die Flüchtlingszahlen sinken. Und wir können unser christliches Abendland und unsere christlichen Werte weiter hochhalten. Nicht mit mir, sagt Gott. Es ist an uns, ob das „christliche Abendland“ nur eine peinliche Floskel ist. Oder ob es mit Leben gefüllt ist. Ob spürbar ist, dass hier Christen leben. Die an ihrem jeweiligen Platz dazu beitragen, dass das Recht wie Wasser ströme und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Für alle Menschen.

Autorin: Anne-Kathrin Schneider-Sema

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