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Die Morgenandacht

Dreckiges Trikot

22. Juni 2018, 5:53 Uhr

Diakon Johannes Müller [Quelle: Johannes Müller]
Diakon Johannes Müller [Quelle: Johannes Müller]

Fußballer: Topleistungen, große Häuser, schnelle Autos, coole Frisuren und bunte Tattoos sind ihre Markenzeichen. Die Werbeeinnahmen übersteigen ihre Fußballergehälter. Sie lassen sich als Models für Mode-Labels ablichten und schmücken sich mit hübschen Frauen. Sie sind die Könige des Fußballfelds.

Mein Trainer sagte einmal vor dem Spiel: „Die wichtigen Spieler erkennt man am schmutzigen Trikot und den blutenden Knien.“ Für ihn war derjenige am wichtigsten, der für die Fehler seiner Mitspieler Verantwortung übernahm. Derjenige, der dahin ging, wo es wehtat. Wer sich aufopferte, um der Mannschaft zum Erfolg zu verhelfen, war sein König auf dem Platz.

Jesus hat überraschenderweise etwas mit diesen wichtigen Spielern gemeinsam. Jesus ist ein dienender, ein beschmutzter König, der für unsere Fehler Verantwortung übernimmt. Der König, der für uns da hingeht, wo es dreckig ist.  Die Bibel erzählt darüber eine Geschichte:

Eines Abends saßen Jesus und seine Jünger zu Tisch. Alle warteten darauf, dass jemand aufstehen würde und, so wie es damals Sitte war, anfing die Füße aller Anwesenden zu waschen. Doch niemand bewegte sich. Blicke gingen durch den Raum. Plötzlich steht Jesus auf, bindet sich die Schürze um, gießt Wasser in eine Schüssel und beginnt seinen Freunden die Füße zu waschen. Einem nach dem anderen.

Jesus kniet vor jedem nieder, wäscht den Schmutz von den Füßen und trocknet sie mit einem Tuch ab. Nachdem er jedem die Füße gewaschen hat, erhebt er sich und stellt eine Frage: „Versteht ihr was ich eben getan habe?“ Und er fährt fort, „ich habe euch ein Beispiel gegeben dem ihr folgen sollt. Handelt ebenso.“

Gott geht es nicht um Topleistungen, Markenzeichen, um Reichtum oder Schönheit. Er wünscht sich, dass seine Menschen einander beistehen, helfen, und füreinander auch dahin gehen, wo es dreckig ist.

Autor: Johannes Müller, Diakon

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