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Die Morgenandacht

Das Ende kommt

22. August 2019, 5:53 Uhr

Wahnsinnige Prophetie oder realistische Heilsankündigung? Wie nah ist das Himmelreich denn nun wirklich?

Pastor Holger Gehrke [Quelle: Radio Bremen]
Pastor Holger Gehrke

 „Geht hin und verkündet: das Himmelreich ist nahe!“ (Mt 10,7)
Das ist ein eindringlicher Appell aus dem Matthäus-Evangelium. Der Monatsspruch dieses Augusts.

Nun, ich bin mir sicher: je nachdem, wie eindringlich man diesen Auftrag Jesu verkündet, eröffnet sich eine große Bandbreite von Reaktionen! Im schlimmsten Fall wird man zum Prediger in der Wüste, der Verstand wird einem abgesprochen, man wird für psychisch krank erklärt und wird zur „Heilbehandlung“ in die Psychiatrie eingewiesen. Dann muss man es aber schon sehr aggressiv verkündigt haben und Menschen damit erschreckt haben.

In milderen Fällen  wird man vielleicht nur etwas schräg angesehen und die Leute zerreißen sich das Maul hinter der vorgehaltenen Hand. Oder man traut dieser Verheißung Jesus selbst nicht so ganz über den Weg, muss aber von Amts wegen dazu was sagen und verdünnt die Perspektive dann bis zur Unkenntlichkeit mit verblümten, schönen Worten. Nach dem Motto: Es könnte ja sein… wer will das schon ausschließen…man muss mit allen rechnen… schaut euch nur den Zustand der Erde und der Menschheit an.

Und dann folgt ein flammendes Plädoyer für unsere Rettung der Welt mit viel Gesetz und wenig Evangelium.

„Geht hin und verkündet: das Himmelreich ist nahe!“

Nun mal keine Panik! – sagen andere. Das ist ja nun schon zweitausend Jahre her und noch nicht eingetroffen! Was heißt da schon „nahe“? Ist ja alles relativ, wie schon der 90. Psalm beweist, der 1000 Jahre bei uns mit einem Tag bei Gott vergleicht oder mit einer Nachtwache.

Egal. Denn wichtig ist: es kommt! Das Himmelreich! Der Jüngste Tag, das Welt-Ende, der Tag des Gerichtes. Man mag es nennen, wie man will. Nur nennen soll man es. Ansprechen. Verkündigen und nicht verschweigen. Die Perspektive Gottes mit uns und unserer Welt ist eben nicht, dass wir eines Tages 200 Jahre alt werden und aus dieser Erde das Paradies wird.

Es gibt die Endlichkeit. Und damit die Wertigkeit meines Lebens. Daran will uns der Monatsspruch für diesen Monat erinnern. Auch, wenn der Sommer noch so schön ist, wir im Urlaub weilen und uns entspannen. Gut so! Das ist auch ein Geschenk! Aber ewig wird es so nicht weitergehen. Nehmen wir es zur Kenntnis und – falls es uns wichtig ist oder wird – geben wir es weiter. In seinem Namen.

Autor: Holger Gehrke, Pastor

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 22. August 2019, 05:53 Uhr

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