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Buch-Tipp

Sleeper

Die Kapstadt-Serie, Band 3

13. Juni 2019

Er ist einer "der" Krimi-Autoren Südafrikas: Für seine Bücher, in denen das politische System des Landes immer wieder eine Rolle spielt, wurde Mike Nicol mehrfach ausgezeichnet. Der 1951 geborene Autor liebt sein Südafrika über alles und leidet deshalb umso mehr unter den politischen Zuständen am Kap. In seinem neuesten Roman geht es um Abhängigkeiten, Seilschaften und jede Menge schmutzige Geschäfte im schönen Südafrika. Martina Bittermann hat das Buch gelesen.

Im neuesten Roman von Mike Nicol geht es um Abhängigkeiten, Seilschaften und jede Menge schmutziger Geschäfte im schönen Südafrika. 

Autor/-in: Martina Bittermann;Tom Grote
Länge: 3:49 Minuten
Datum: Donnerstag, 13. Juni 2019
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Welches Südafrika beschreibt Mike Nicol?

Nicol zeichnet ein düsteres Bild von Südafrika. Im Land herrschen Ungleichheit und Gewalt. Mike Nicols beschreibt Südafrika in seinem Buch als einen Hotspot für Agenten, Spione und korrupte Politiker. Die politische Lage ist desolat: Der Präsident regiert auf Lebenszeit. Die verbringt er in einem Bunker während sein Schwiegersohn sich an einem illegalen Deal mit hochangereichertem Uran bereichert. Darin verstrickt ist ein Wissenschaftler, iranische Agenten, der CIA und der sogenannte Islamische Staat.

Wie erzählt Nicol seine Krimigeschichte?

Es beginnt turbulent: Der Surfer, Marihuana-Dealer und Privat-Ermittler Fish Pescado muss mit ansehen, wie sich ein befreundeter Polizist bei einem Bootsausflug ertränkt. Er hinterlässt ihm die Bitte, nach einer verschwundenen Frau zu suchen. Dass das Ganze eine ziemlich große Nummer ist, bemerkt Pescado spätestens, als ihn seine Ermittlungen ins Gefängnis bringen. Währenddessen wird seine Freundin, die Anwältin Vicki Kahn, vom Geheimdienst angeheuert. Sie soll sich um einen Wissenschaftler kümmern, der zum Handel mit angereichertem Uran gezwungen wird. Und dann taucht auf einmal die verschwundene Frau wieder auf.

Das klingt wild und etwas unübersichtlich. Kommt der Leser da mit?

Auf jeden Fall: Mike Nicols entfaltet eine spannende, vielschichtige Story mit einem atemberaubendem Finale in einem abgelegenen Landhaus. Nicols erzählt in kurzen Kapiteln aus den verschiedenen Perspektiven. Das ist gut für den Überblick und gibt der Geschichte zusätzlichen Drive.

Und die Ermittler?

Die sind sehr sympathisch, ein witziges Paar: Der Surfer und Marihuana-Dealer Fish Pescado, der eigentlich immer auf der Suche nach der guten Welle ist, und seine Geliebte Vicki Kahn, die frühere Agentin des Geheimdienstes, die clever, aber hochgradig spielsüchtig ist. Und dann gibt es noch Pescados Mutter, die gerne mal von ihrem Sohn ein bisschen Gras für Geschäftsfreunde in Russland hätte.   

Eine Leseempfehlung?

Auf jeden Fall. Die Story ist rasant erzählt und inhaltlich absolut relevant. Was will man mehr!

Infos:
Mike Nicol: Sleeper, Die Kapstadt-Serie, Band 3, btb Verlag, 512 Seiten, 10 Euro

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 13. Juni 2019, 9:40 Uhr

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