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Schräge Typen

10. Februar 2018, 9:20 Uhr

Seine Verkörperungen von schrägen Typen hat Tom Hanks als Schauspieler berühmt gemacht. Nun begegnen uns diese Charaktere auch in seinen ersten literarischen Geschichten. In "Schräge Typen" trifft man auf Heimwerker, Schauspielanfänger und andere Figuren, und Tom Hanks hat sie mit feinem Blick und großem Talent für Erzählungen zu Papier gebracht.

Buchcover: Schräge Typen [Quelle: Piper Verlag]
Tom Hanks: Schräge Typen, Piper Verlag, 2018 [Quelle: Piper Verlag]

Cornelia Zetsche stellt das Buch vor:
Tom Hanks: Schräge Typen [4:28 Minuten]

Tom Hanks kämpfte lange um seine erste Rolle als Charakterdarsteller. Erst im Alter von 38 Jahren gelang ihm der Durchbruch mit der Figur des an Aids erkrankten Andrew Beckett in "Philadelphia" – für die er mit seinem ersten Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Fast 330 Millionen Zuschauer allein in den USA sahen Tom Hanks als "Forrest Gump". Mit zwei Oscars und vier Golden Globes gehört er zu den profiliertesten Schauspielern Hollywoods.

Schreibmaschine als Impulsgeber

Die Schreibmaschinen, die in allen Stories vorkommen, sind das einzig Beständige. Genau das gefällt Tom Hanks an den alten Maschinen:

Ich mag die Beständigkeit einer Schreibmaschine, selbst, wenn sie nicht mehr schreibt als: Avocados, Milch, Schnürsenkel – das klingt doch wie ein Gedicht an einem Regentag.

Die Stories entstanden dann doch am Computer – seine Schreibmaschinen benutzt Hanks lieber für Einkaufslisten oder kleine Liebesbriefe. In seiner Sammlung finden sich 250 Exemplare, darunter eine Hermes 2000, eine Remington und eine Olivetti Underwood, fast alle sind funktionstüchtig – und manche waren Impuls und sind Motiv in seinem Debüt als Schriftsteller. Schon als markante Tasten auf dem Cover, als Schwarz-Weiß-Fotos zwischen den Stories, bizarr wie seltsame Insekten, und in jeder der 17 Geschichten, mal ganz offen, mal versteckt.

Manchmal erscheint eine Schreibmaschine wie ein Osterei. Manchmal muss man tiefer graben.

Zwischen New York und Budapest

Hanks hat "Schräge Typen" unterwegs geschrieben, in Hotels, bei Flügen, in Drehpausen zwischen New York und Budapest. Entstanden sind schräge Szenarien wie eine Weltumrundung, altmodische Artikel eines Kleinstadtjournalisten, Szenen zerrissener Familien, wie Hanks sie selbst erlebte. 17 Stories, inspiriert vom Leben und von Filmen, oft nostalgisch, filmisch, mit hintergründigem Witz und tiefem Verständnis für die Schwächen und Nöte der Menschen. Berührend: "Weihnachten 1953", eine Nachkriegsgeschichte, die zeigt, dass auch acht Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg die Wunden noch nicht verheilt waren. Abgründig-komisch: "Ein Monat in der Greene Street" mit Bette und Paul.

Ich bin kein Zyniker. Ich bin zu 49 Prozent Pessimist und zu 51 Prozent Optimist.

Sagt Tom Hanks über sich selbst. Und so lesen sich alle Geschichten der "Schrägen Typen": heiter-versöhnlich.

Buchinfo:
"Schräge Typen" von Tom Hanks; Piper; 352 Seiten; 22 Euro

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 10. Februar 2018, 9:20 Uhr.

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