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Buch-Tipp

Handeln statt Hoffen

1. November 2019

In ihrem Buch "Handeln statt Hoffen: Aufruf an die letzte Generation" erzählt Carola Rackete, warum sie sich so bedingungslos für Menschlichkeit, globale Gerechtigkeit und Naturschutz einsetzt. Über ihr politisches Engagement haben wir auch im Interview mit ihr gesprochen.

Carola Rackete bei der 'Fridays for Future' Demonstration im Rahmen des weltweiten Klimastreiks am Brandenburger Tor. [Quelle: DPA, Ben Kriemann/Geisler-Fotopress]
Carola Rackete war schon vor ihrem Einsatz auf der Sea-Watch 3 in Sachen Klimawandel engagiert [Quelle: DPA, Ben Kriemann/Geisler-Fotopress]

Carola Rackete im Interview [5:26 Minuten]

Vor vier Monaten steuerte Carola Rackete ein Schiff mit 42 Geflüchteten in den Hafen von Lampedusa, gegen den Willen des damaligen italienischen Innenministers Matteo Salvini. Plötzlich blickte die ganze Welt auf die Kapitänin der Sea-Watch 3. Die einen feierten sie als Heldin, die anderen überschütteten sie mit Hass. Mit genau dieser Zeit beginnt auch ihr Buch "Handeln statt Hoffen".

Was zwingt Menschen zur Flucht?

Die Klimakrise und die Zerstörung der Ökosysteme waren für sie immer wichtige Themen, erklärt Carola Rackete, sie wollte mit ihrem Buch eine Verknüpfung herstellen, "weil ich denke, es gibt sehr viele Zusammenhänge darüber, warum Ökosysteme zerstört werden, warum Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren und warum Menschen letztlich zur Flucht gezwungen sind."

Zur Umweltaktivistin wurde sie, weil sie auf den Forschungsschiffen viele Gespräche geführt hat und ihr klar wurde:

Was fehlt, sind nicht noch unbedingt mehr Forschungsergebnisse, sondern was fehlt, ist die politische Umsetzung.

Seit 30 Jahren sei bekannt, was mit CO2-Emissionen passiert, aber es fehle die Handlung. Das sei für sie die Motivation, sich mehr politisch zu engagieren als in der Forschung selbst.

Gemeinsames Engagement

Cover: Carola Rackete, Handeln statt hoffen: Aufruf an die letzte Generation, Droemer [Quelle: Droemer-Knaur]
Carola Rackete, Handeln statt hoffen: Aufruf an die letzte Generation, Droemer [Quelle: Droemer-Knaur]

Wichtig sei, sich kollektiv zu engagieren, denn gegen ein politisches System könne der Einzelne wenig machen, "da muss man sich organisieren und sich zusammenschließen", sagt Carola Rackete und hofft, dass die Menschen sich mehr Gedanken machen und aktiv werden.

Für ihre persönliche Zukunft strebt Carola Rackete "eine Mischung aus praktischer Arbeit, draußen in der Natur, und politischer Arbeit" an.

Infos:
Carola Rackete: "Handeln statt Hoffen. Aufruf an die letzte Generation", Droemer Verlag, 176 Seiten, 16 Euro

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 1. November 2019, 10:10 Uhr

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