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Buch-Tipp

Magellan oder die erste Umsegelung der Erde

19. März 2019

Grenzen überschreiten, Rekorde aufstellen, der erste sein und sich selbst in der Geschichte verewigen – das hat Menschen seit je her angetrieben. Sei es nun die Erstbesteigung eines Berges – oder vielleicht die erste Umsegelung der ganzen Welt. Letztere nahm vor 500 Jahren ihren Anfang, geleitet von einem portugiesischen Seefahrer mit dem Namen Ferdinand Magellan. Darüber ist jetzt ein neues Buch erschienen. Markus Foppe stellt es vor.

Grenzen überschreiten, Rekorde aufstellen, der erste sein und sich selbst in der Geschichte verewigen – das hat Menschen seit je her angetrieben. Sei es nun die Erstbesteigung eines Berges – oder vielleicht die erste Umsegelung der ganzen Welt. Letztere nahm vor 500 Jahren ihren Anfang, geleitet von einem portugiesischen Seefahrer mit dem Namen Ferdinand Magellan. Darüber ist jetzt ein neues Buch erschienen. Markus Foppe stellt es vor.

Autor/-in: Markus Foppe;Anja Goerz
Länge: 3:48 Minuten
Datum: Dienstag, 19. März 2019
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Biografie, Reiseroman, Abenteuergeschichte – was ist das für ein Buch?

Zunächst: Dieses Buch ist keine Biografie. Was mit zwei Faktoren zu tun hat: Über Magellan ist nicht so wahnsinnig viel bekannt an Lebensdaten: Größe, Aussehen, Geburtstag – all das weiß man alles nicht genau. Und zum anderen: Die erste Umsegelung der Erde wird zwar immer mit Magellan verbunden, weil er die Expedition befehligt hat. Er selbst hat die Reise rund um die Erde aber gar nicht geschafft, sondern ist unterwegs ums Leben gekommen. Und das auf wenig glorreiche Weise: Er ist seiner Gold- und Machtgier anheimgefallen und in einem Kampf gegen Inselbewohner gefallen. Der zweite Teil des Buchtitels beschreibt sehr gut, um was es geht: Die "Erste Umsegelung der Erde".

Was erfährt man denn über diese erste Weltumsegelung?

Vor allem erfährt man, dass sie nie als Weltumsegelung geplant war. Die Welt war damals, 1519, ziemlich simpel aufgeteilt. Portugal beherrschte den Osten, also Asien inklusive der so wertvollen Gewürzinseln, den sogenannten Molukken, wo es Nelke und Muskat gab. Und Spanien den Westen mit dem neu entdeckten amerikanischen Kontinent – wo aber bislang noch keine vergleichbaren Reichtümer abfielen. Man träumte also von einem anderen Weg nach Asien, der eben nicht durch Portugiesisches Herrschaftsgebiet führte – um sich selbst an den Reichtümern zu bedienen. Das war Ziel und Aufgabe des Portugiesen Magellan, der für Spanien segelte. Romantische Abenteuergeschichten – den Zahn zieht einem der Autor Christian Jostmann, Publizist und Historiker, ziemlich schnell. Heroische Figuren tauchen in diesem Buch nicht auf.

Liest sich das Buch dadurch besser oder schlechter?

Ich zumindest hab eine Weile gebraucht, bis ich angekommen war im Buch. Am Anfang werden Magellans Anfänge, damals noch für sein Heimatland Portugal, in Indien und Umgebung nachgezeichnet. Das Problem: Man weiß eben wie gesagt nur wenig über Magellan, er spielte keine prominente Rolle in jener Zeit – und so rauscht da eine Reihe von Namen, Ereignissen und Orten in einem hohen Tempo an mir vorbei, das hat mich mehr verwirrt als geholfen. Erst nach 100 Seiten geht’s los mit der eigentlichen Geschichte.

Eine Leseempfehlung?

Man muss wissen, worauf man sich einlässt: Das Buch fängt wie gesagt etwas langsam an, da muss man durch. Und es ist eben keine von Anfang bis Ende packend und fast schon romanhaft erzählte Geschichte. Auch hier wird erzählt, aber es ist insgesamt etwas nüchterner geschrieben. Wenn man das mag, erfährt man sehr viel über Magellans Zeit und Welt.

Infos:
Christian Jostmann: "Magellan oder Die erste Umsegelung der Erde", C.H.Beck-Verlag, 24,95 Euro.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 19. März 2019, 8:40 Uhr

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