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Buch-Tipp

Buch des Meeres

2. Juni 2020

Der Urlaub in diesem Jahr wird für viele anders sein, als bisher. Vielleicht irgendwo in Deutschland und bestenfalls am Meer. Wenn Sie nicht ans Meer fahren können, dann kommt das Buch von Huw Lewis-Jones genau richtig. Bremen-Zwei-Reporterin Burcu Arslan hat es mit Begeisterung gelesen.

Ein Buch, das zum Träumen einlädt. Es enthält Geschichten und Tagebucheinträge von Seeleuten und wunderschöne Zeichnungen und Collagen. Bremen-Zwei-Reporterin Burcu Arslan stellt es vor.

Autor/-in: Burcu Arslan
Länge: 4:03 Minuten
Datum: Dienstag, 2. Juni 2020
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Anekdoten, Notizen, Zeichnungen

Das Buch ist gehaltvoll und relativ schwer: 304 Seiten im Querformat, mit schönen Bilder und Zeichnungen. Es enthält: Notizen, Skizzen und Logbüchereinträge von Seemännern, Kapitänen, Unterwassertauchern und auch Tagebucheinträge von 70 Schiffsleuten. Das Buch ist voll mit persönlichen Zeichnungen, Erinnerungen und Anekdoten. Im 16. Jahrhundert war es üblich unter Schiffsleuten Stift und Papier mit an Bord zu nehmen, um die Reise festzuhalten. Das hatte mehrere Gründe: Persönliches festzuhalten, aber auch um die Reiserouten zu dokumentieren um anschließend Seekarten genauer zu skizzieren.

Die mehrjährigen Reisen waren manchmal auch eintönig. Die Seeleute vertrieben durch das Tagebuchschreiben die Langeweile und manche hielten auch ihre Angst fest, so wie der chinesische Admiral Zheng He. 1405 schrieb er in sein Tagebuch: "Wir haben immense Wassermassen durchquert und auf dem Meer gewaltige Wellen erblickt, die wie Berge gen Himmel ragten."

70 verschiedene Seefahrereindrücke

Besonders beeindruckend ist die Geschichte der französischen Naturforscherin Jeanne Baret, die als erste Frau die Welt umsegelte. Zu diesem Titel kam die Naturforscherin Baret, weil sie sich als Mann verkleidet hatte. 1766 geht sie so auf das erste französische Schiff, das die Welt umsegeln soll. Die französische Forscherin lebte fast anderthalb Jahre unter 115 Männern an Bord, die nichts von der Verkleidung ahnen. Damals glaubte man noch: Frauen an Bord (vor allem auf Marineschiffen) sollen Unglück bringen.

Rund 50 Jahre später reist eine weitere Frau als blinder Passagier an Bord eines Schiffes mit: Rose de Freycinet, die ihren Mann auf einer Forschungsreise in die Südsee und Australien begleitet. Als das in Frankreich bekannt wurde, war es zunächst ein Skandal, aber später wuerden Pflanzenarten und eine Taubenart auf Neuguinea nach ihr benannt.

Ein Buch für Meeresliebhaber

Der Autor und Herausgeber Huw Lewis-Jones hat ein faszinierendes Buch geschaffen, das regelrecht nach dem salzigen Geruch des Meeres riecht, wenn man darin liest. Der 39-Jährige ist Historiker mit dem Schwerpunkt Entdeckungsgeschichte und hat selbst Reisen unter anderen zum Nordpol unternommen, er weiß also, wovon diese ganzen Geschichten handeln und ordnet sie teilweise in Randbemerkungen auch ein. Entstanden ist ein Buch, das neben den Geschichten und Tagebucheinträgen der Seeleute, auch wunderschöne Zeichnungen und Collagen enthält, das zum Träumen einlädt.

Infos:
Huw Lewis-Jones: "Das Buch des Meeres", übersetzt von Annika Klapper und Nina Goldt, Dumont-Verlag, 304 Seiten, 40 Euro

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 2. Juni 2020, 9:40 Uhr

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