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Buch-Tipp

Die Abenteuer des Alexander von Humboldt

26. März 2019

Im Jahr 2019 wird der 250. Geburtstag des Naturforschers Alexander von Humboldt gefeiert. Da ist es nicht verwunderlich, dass Bücher erscheinen, die sich mit dem Weltwissenschaftler beschäftigen. Dazu gehört das Buch von Andrea Wulf, das einen gelungenen Einblick in Humboldts komplexe und teilweise ausufernde Forschung liefert. Ziphora Robina stellt das Buch vor.

Im Jahr 2019 wird der 250. Geburtstag des Naturforschers Alexander von Humboldt gefeiert. Da ist es nicht verwunderlich, dass Bücher erscheinen, die sich mit dem Weltwissenschaftler beschäftigen. Autorin Andrea Wulf gibt einen gelungenen Einblick in Humboldts komplexe und teilweise ausufernde Forschung. Ziphora Robina stellt das Buch vor.

Autor/-in: Kristin Hunfeld;Ziphora Robina
Länge: 4:33 Minuten
Datum: Montag, 25. März 2019
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Was war der besondere Reiz des Buches: das Abenteuer oder der Forscher selber?

Eigentlich beides, für Abenteuer bin ich immer zu haben und mit Humboldt habe ich mich vor einigen Jahren etwas intensiver beschäftigt. Andrea Wulf hatte 2016 ein preisgekröntes Sachbuch über Humboldt herausgebracht, "Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur". Für ihre Bücher ist sie auf Humboldts Fußspuren gewandelt und ihm nachgereist, hat seine Tagebücher und Aufzeichnungen gelesen, und Bibliotheken und Archive durchforstet. Und dieses gesamte Wissen bebildert zu sehen, das klang vielversprechend und interessant.

Humboldt ist viel gereist. Er war in Süd und-Nordamerika, in Russland, hat Europa bereist – welche Abenteuer sind denn hier gemeint?

Humboldts Amerikareise. Er brach 1799 auf, Humboldt war knapp 29 und erhielt von Spaniens König Carlos IV die Erlaubnis, Spaniens Kolonien in Südamerika zu erforschen. Insgesamt war er fünf Jahre unterwegs, zu Land und zu Wasser. Er bestieg Vulkane und durchquerte Wüsten, paddelte in kleinen Kanus Flüsse auf-und abwärts, stapfte durch Wälder und Dschungel. 

Dieses Buch ist eine illustrierte Entdeckungsreise, wie sieht es denn aus? 

Auf den ersten Seiten sieht man ein Bild von Humboldts Arbeitszimmer in Berlin, Humboldt wurde in diese Kulisse  hineingezeichnet. Er ist fast 90 Jahre alt und blickt zurück auf seine Amerikareise. Die Figuren in diesem Buch, also Humboldt und seine Weggefährten, sind meist klein und sehr einfach gezeichnet. Es sieht fast schon etwas kindlich aus, die Dialoge sind in Sprechblasen gefasst. Der Hintergrund dagegen, das sind Collagen, teilweise eigene Zeichnungen der Illustratorin Lillian Melcher. Und teilweise sind es Auszüge aus den Reisetagebüchern Humboldts, man sieht also seine Handschrift und seine Skizzen. Dazu kommen Bilder und Karten aus den gedruckten Reiseberichten. Diese Mischung ist wirklich gelungen. 

Erfährt man noch etwas Neues über Alexander von Humboldt?

Da kommt der Text des Buches ins Spiel. Humboldt erzählt aus seiner Perspektive, die Grundlage sind tatsächlich seine Reisetagebücher. Was für mich neu war, sind die kleinen Anekdoten oder Informationen am Rande. Zum Beispiel, dass Humboldt anfangs 42 Messinstrumente auf seine Südamerika-Reise mitnahm, die nach und nach verloren gingen oder zerbrachen. Humboldt hat alles akribisch gemessen und aufgeschrieben, so auch die Verletzungen an Händen und Füßen. Er war von seiner Forschung besessen, hat immer und überall Dinge vermessen. Humboldts Frage an seinen Diener, ob das Barometer denn noch intakt sei, ist im Buch ein quasi immer wiederkehrendes Motiv.

Eine Leseempfehlung?

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es ist auf jeden Fall ein Hingucker: im DinA4-Format, fast 1,4 Kilo schwer. Es enthält auf jeder Seite eine kleine Skizze, eine Zeichnung Humboldts. Humboldt ist heute noch immer relevant. Seine Kritik am Raubbau des Menschen an der Natur ist aktueller denn je. Das Buch ist etwas für kleine und große Entdecker – eine gelungene Einführung in Humboldts komplexe und teilweise ausufernde Forschung.

Infos:
Andrea Wulf: "Die Abenteuer des Alexander von Humboldt", illustriert von Lillian Melcher, C. Bertelsmann-Verlag, 272 Seiten, 28 Euro 

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 25. März 2019, 14:40 Uhr

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