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Buch-Tipp

Die Frau aus Oslo

4. Juli 2019

Es geht um die Kriegswirren im Jahr 1942 im norwegischen Oslo, um Flucht und Verfolgung, einen Mordverdächtigen und einen Zeitsprung, der die Geschichte ins Jahr 1967 führt. Der Krimi war das Buch des Jahres 2015 in Norwegen und hat zudem den norwegischen Krimipreis gewonnen. Jutta Günther stellt es vor.

Der Krimi war das Buch des Jahres 2015 in Norwegen und hat zudem den norwegischen Krimipreis gewonnen. Es geht um die Kriegswirren im Jahr 1942 im norwegischen Oslo, um Flucht und Verfolgung, einen Mordverdächtigen und einen Zeitsprung, der die Geschichte ins Jahr 1967 führt. Jutta Günther hat das Buch schon gelesen.

Autor/-in: Jutta Günther;Tom Grote
Länge: 3:37 Minuten
Datum: Donnerstag, 4. Juli 2019
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Worum geht es?

Norwegen ist im Jahr 1942 von Nazi-Truppen besetzt. Auch dort werden Juden verfolgt, inhaftiert und ermordet. Einige Mitglieder einer Gruppe von Widerständlern in Oslo fliegen auf, sie werden ermordet oder fliehen über die Grenze nach Schweden. Sie überlegen, wie sie von dort aus den Zurückgebliebenen in Norwegen helfen können. Vielleicht paramilitärisch? 1967, also 25 Jahre später, taucht einer von ihnen plötzlich wieder in Oslo auf. Er wurde lange für tot gehalten. Nun will er Kontakt zu seiner Tochter, deren Mutter damals ermordet wurde. Die Frage ist, wieso er so lange gewartet hat.

Kriegsjahre: das Leben unter Nazi-Besatzung

Die Geschichte führt uns vor Augen, wie das Leben 1942 im von Nazis besetzten Oslo war, und auch im benachbarten Schweden – zwar neutral, aber offen nach allen Seiten. Wir erfahren, dass die verfolgten Flüchtlinge aus Norwegen zunächst in schwedischen Lagern lebten.

Erzählt wird das Ganze über zwei Hauptfiguren: die damalige Widerstandskämpferin Esther, deren Vater von Nazis verhaftet und ermordet wurde, und dann der Lebensgefährte der ermordeten jungen Frau. Das wird alles eher beiläufig erzählt, ohne lange Beschreibungen, ohne Lamento – eher so, dass es der Geschichte dient und nicht einem Historikerseminar.

Spannend und gut zu lesen

Die Krimiebene ist gut gemacht, wie auch die Figuren in der Widerstandsgruppe in der Zeitebene von 1967, also dann, wenn sie versuchen herauszukriegen, was damals passiert ist. Sie umschleichen einander, können sich nicht richtig vertrauen, alle haben etwas zu verbergen. Das macht die Sache spannend und sehr gut lesbar. Ganz besonders gefallen hat mir, wie genau der Autor beobachtet und mit wie viel Liebe zum Detail er Situationen oder auch Entwicklungen anhand von kleinen Handlungen beschreibt. 

Infos:
Kjell Ola Dahl: Die Frau aus Oslo, 432 Seiten, Bastei Lübbe Verlag, 432 Seiten, 15 Euro

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 4. Juli 2019, 9:40 Uhr

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