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Krimi-Tipp

Cold Water

8. August 2019

Der Krimitipp führt dieses Mal nach Großbritannien, mitten hinein in die Zeit des Nordirland-Konflikts. Der neue Thriller von Adrian McKinty mit dem Titel "Cold Water" soll der letzte Fall von Detective Shawn Duffy sein. Gabriele Intemann hat ihn schon gelesen.

Der Krimitipp führt dieses Mal nach Großbritannien, mitten hinein in die Zeit des Nordirlandkonflikts. Es geht um den neuen Thriller von Adrian McKinty mit dem Titel "Cold Water". Es soll der letzte Fall von Detective Shawn Duffy sein. Gabriele Intemann hat ihn schon gelesen.

Autor/-in: Gabriele Intemann
Länge: 3:32 Minuten
Datum: Donnerstag, 8. August 2019
Sendereihe: Der Morgen | Bremen Zwei

Adrian McKinty und Sean Duffy – wer sind das?

Adrian McKinty ist der wohl bekannteste nordirische Krimiautor. Er hat schon mehrere Serien verfasst. Die bekannteste Serie dreht sich um Sean Duffy, der in Carrickfergus in der Nähe von Belfast ermittelt. "Cold Water" ist der siebte Band der Serie um den etwas schrulligen Detective.

Muss man die anderen Bände gelesen haben?

Nein, ganz und gar nicht. Sean-Duffy-Fans werden sich sicherlich auf ein Wiedersehen mit dem Whiskey- und Musik-Liebhaber freuen. Aber alle anderen kommen ebenso auf ihre Kosten.

Worum geht es im neuen Fall?

Ein junges Mädchen ist verschwunden. Ihr Auto wird in einem Fluss gefunden und später auch noch die Überreste von einem Tagebuch, in dem noch drei Telefonnummern zu entziffern sind. Damit kommen Duffy und seine Kollegen auf die Spur von mehreren Verdächtigen. Es stellt sich nämlich heraus, dass die erst 15-Jährige bei einem Escort-Service gearbeitet hat und sich mit älteren Männern aus der besseren Gesellschaft getroffen hat.

Eine typische Krimigeschichte also – was ist das Besondere?

Besonders gut hat mir der Blick in die nordirische Gesellschaft gefallen. Duffy ist Katholik und lebt in einer überwiegend protestantischen Nachbarschaft, und das mitten während des Nordirland-Konflikts – im Jahr 1990. Jedes Mal, wenn Duffy in ein Auto einsteigt, guckt er zuerst, ob keine Bombe darunter angebracht wurde. Er wird selbst Ziel von Attentaten.

Über diese bürgerkriegsartige Stimmung liest man in Zeiten, in denen alles auf einen harten Brexit zuzusteuern scheint, noch einmal mit ganz anderer Aufmerksamkeit. Denn Gefahr, dass die Irland-Frage noch einmal aufkommt ist mit dem Brexit ja wesentlich gewachsen.

Und sonst – ein guter Krimi?

Ja, er ist sehr schön zu lesen. Ein sympathischer Ermittler, ein spannender Plot, das Ganze gut geschrieben und übersetzt. Eine absolute Leseempfehlung.

Ist es wirklich der letzte Fall von Sean Duffy?

Es sieht so aus. Duffy geht in Altersteilzeit und zieht mit seiner Familie nach Schottland, um den Gefahren des Nordirland-Konflikts zu entgehen. Allerdings: Jeden Monat arbeitet er eine Woche auf seinem alten Revier. Die Tür für eine Fortsetzung ist damit nicht ganz zu.

Buch-Infos:
Adrian McKinty: Cold Water. Aus dem Englischen von Peter Torberg. Suhrkamp Taschenbuch Verlag. 376 Seiten, 14,95 Euro

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 8. August 2019, 8:36 Uhr

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