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Buch-Tipp

Pop – eine Gebrauchsanweisung

25. Oktober 2019

Das Buch beschäftigt sich mit zahlreichen Aspekten rund um die Geschichte und den Status der Pop-Musik. Der Autor und Musikjournalist Maik Brüggemeyer arbeitet seit vielen Jahren als Redakteur für den deutschen "Rolling Stone“. Ein Musik-Nerd mit Bodenhaftung, der dem Bedeutungsverlust und der Beliebigkeit von Pop-Musik im digitalen Zeitalter etwas entgegensetzen möchte.

Cover: Pop [Quelle: Verlag Penguin]
Maik Brüggemeyer: Pop, Verlag Penguin, 2019 [Quelle: Verlag Penguin]

Pop – eine Gebrauchsanweisung [3:33 Minuten]

Der Autor

Maik Brüggemeyer ist Jahrgang 1976. Er stammt aus der westfälischen Provinz. Ein nicht ganz unbedeutender Faktor, denn die Erfahrung, durch Musik von einer kleinen in eine größere, intensiv emotionale Welt geholt worden zu sein, verbindet den sympathischen Musik-Nerd aus Berlin mit einem Teil seiner Leserschaft – auch wenn seine große Fan-Leidenschaften "Beatles“ und "Dylan" nicht typisch sind für die Pop-Generation der 1980ger und 90er Jahre. Die Zeit vor der digitalen Revolution ist diesem Autor jedenfalls noch gegenwärtig. Das schärft seinen Blick für die aktuellen Gegebenheiten der Pop-Gegenwart, dem Zeitalter des allseits verfügbaren Musik-Konsums, in dem das Dechiffrieren popkultureller Codes nicht leichter geworden ist.

Andere Zeiten

Alles ist immer da, jeder ist ein Experte, doch nur wenige blicken durch. Musik-Magazine haben Probleme. Der intellektuelle Pop-Diskurs findet auch im Feuilleton statt. Was bleibt, ist ein Bedürfnis nach Kontext und Einordnung, denn ein bezugloser Konsum sollte nicht genug sein. Gefühl entsteht unter Umständen auch durch mehr Kenntnis und mehr Diskussion. Dieses Buch liefert in vielen kurzen Kapiteln mit Fragestellungen als Überschrift schöne Ansätze dafür. "Seit wann ist Country cool?", "Kann Bob Dylan eigentlich singen?". Fragen, die der geisteswissenschaftlich wie pophistorisch geschulte Autor auf anregende und nie ausschweifende Art verhandelt.

Auch wenn die große Frage nach dem besten Album aller Zeiten oder die klassische "Beatles oder Stones"-Problemstellung früherer Generationen nicht abschließend zu klären ist, liefert Maik Brüggemeyer mit seiner – nicht unironischen und doch ernsthaften – Herangehensweise Wichtiges für die Jetzt-Zeit: einen Sinn dafür, wie wichtig die Auseinandersetzung auch über Musik ist.

Der Leser erhält in dem kenntnisreich geschriebenen Sachbuch positive Anregungen für Streifzüge durch den Musik-Dschungel der Gegenwart. Für ein reiches Leben mit mehr guter Pop-Musik. Mit Meinung und mit Haltung.

Fazit

Ein lesenswertes und leichtfüßig geschriebenes Buch – von Anfang bis zum Ende.

Infos:
Maik Brüggemeyer: Pop – eine Gebrauchsanweisung; Penguin Verlag, 368 Seiten, 10 Euro

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 25. Oktober 2019, 7:40 Uhr

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