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Kunsthalle Bremen

Und jetzt Du! Kunstwerke in Quarantäne nachgestellt

8. Juli 2020

Das eigene Foto in der Kunsthalle Bremen bewundern. Das ist gerade möglich – und zwar in der Ausstellung "Und jetzt Du!". Die ausgestellten Fotografien stammen nicht von bekannten Künstlerinnen und Künstlern, sondern von Leuten wie du und ich. Die Idee hinter der Ausstellung: Kunstwerke aus der Kunsthalle mit eigenen Mitteln nachzustellen und zu fotografieren. Wie das aussieht und was hinter dieser Ausstellung steckt, erzählt Reporterin Jana Wagner.

Paula Modersohn-Becker, Katze in einem Kinderarm, um 1903, daneben eine Neuinterpretation von Diana Spanier [Quelle: Kunsthalle Bremen/Diana Spanier]
Maite mit Katze im Arm. Das Original stammt von Paula Modersohn-Becker. [Quelle: Kunsthalle Bremen/Diana Spanier]

Kunsthalle Bremen zeigt Quarantäne-Fotos [4:23 Minuten]

Detailgetreu bis abstrakt

Für die Ausstellung wurden 77 Fotografien aus den rund 100 eingegangenen Fotoarbeiten ausgewählt. Zu sehen sind sie im ersten Untergeschoss. Auf den Fotos haben Menschen Kunstwerke aus der Bremer Sammlung nachgestellt: zum Teil mit sich selbst oder mit Objekten. Gezeigt werden Interpretationen von Kunst aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Nachgestellt wurden unter anderem Werke von Albrecht Dürer, Pablo Picasso, Caspar David Friedrich, Claude Monet, Paula Modersohn-Becker, Pipilotti Rist, Eva Gonzalez, Max Beckmann und Cindy Sherman.

Auf den Fotografien ahmen die Menschen dieselbe Perspektive wie im Original nach, mit ähnlicher Kleidung, Pose und Umgebung. Andere Bilder sind abstrakter übersetzt, mit viel Fantasie, Kreativität und Humor.

Die Idee – gegen die Langeweile

Selvinaz Oezdemir inszeniert sich nach einem Gemälde von Th. Chasseriau [Quelle: Kunsthalle Bremen/Selvinaz Oezdemir]
Selvinaz Oezdemir inszeniert sich nach einem Gemälde von Th. Chasseriau [Quelle: Kunsthalle Bremen/Selvinaz Oezdemir]

Die Idee stammt aus der Zeit des Corona-Lockdowns, als alle Museen und Galerien geschlossen waren. Museumsmacher*innen weltweit riefen Besucher*innen dazu auf, Kunstwerke nachzustellen. Ins Leben gerufen wurde diese Aktion von zwei Niederländerinnen und der Hashtag dazu war entsprechend #TussenKunstenQuarantaine, also "Zwischen Kunst und Quarantäne". Auch große Museen wie das Louvre in Paris oder das New Yorker Metropolitan Museum machten mit und riefen online dazu auf, Bilder aus deren Sammlung nachzustellen und zu posten. Im Netz kann man die Interpretationen auch großer Meisterwerke wie die "Mona Lisa", Selbstbildnisse von Frida Kahlo, Vermeers “Mädchen mit dem Perlenohrring“ oder Caspar-David Friedrichs "Wanderer über dem Nebelmeer" bewundern. Die Kunsthalle Bremen bringt diesen digitalen Hype jetzt ins Analoge.

Klein aber fein

Auf den ersten Blick wirkt die Ausstellung etwas unscheinbar. Die Fotos sind maximal im DINA 4-Format zu sehen. Infotafeln zeigen die Originalkunstwerke, und geben Auskunft darüber, wo man sie in der Sammlung findet. Eine Ausstellung, die Lust darauf macht, Kunstwerke genauer zu betrachten.

Sabine Baumgartner stellt das Bild "Der Schlaender Knabe" von Caspar David Friedrich nach [Quelle: Kunsthalle Bremen/Sabine Baumgartner]
Sabine Baumgartner stellt das Bild "Der Schlaender Knabe" von Caspar David Friedrich nach. [Quelle: Kunsthalle Bremen/Sabine Baumgartner]

Kunsthalle Bremen

"Und jetzt Du! Kunstwerke in Quarantäne nachgestellt", Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10 – 17 Uhr Montags geschlossen Jeden letzten Dienstag im Monat: 10 – 21 Uhr. Laufzeit: bis 6. September 2020.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 8. Juli 2020, 12:40 Uhr

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