Livestream

Bremen Zwei Rubriken Ausstellungen

Kunsthalle Emden

"Otto – He kummt na Huus"

bis zum 22. September 2019

24. Juni 2019

Die Kunsthalle Emden widmet sich in ihrer neusten Ausstellung ganz und gar dem bekanntesten Exportartikel der Stadt: dem Komiker Otto Waalkes. "Otto – Coming Home /  He kummt na Huus", und wie der Titel schon sagt: Otto ist persönlich zur Eröffnung angereist. Gerhard Snitjer hat die Schau bereits gesehen.

Gemälde von Otto Waalkes nach: Edward Hopper, Morning Sun, 1952 [Quelle: Otto Waalkes]
Otto, Sittin' in the morning sun, 2018. Nach: Edward Hopper, Morning Sun, 1952. [Quelle: Otto Waalkes]

Bremen Zwei: Wie geht das zusammen – die seriöse Kunsthalle Emden und der flippige Quatschmacher Otto?

Gerhard Snitjer: Das geht sehr gut zusammen. Wer nah dran an der Kunsthalle und seinem Team ist, der ist vielleicht gar nicht so überrascht. Henry Nannen ist der Kunsthallengrüder und langjähriger Freund von Otto. Das mag daran liegen, dass Otto schon immer ein kunstsinniger Mensch war. Mit Anfang 20 – vor den ganzen Bühnenauftritten – da war die Kunst ganz ernstgemeint seine Berufsentscheidung. Das hat er mit bei der Eröffnung auch nochmal erzählt:

Die Technik der alten Meister hat mich sehr interessiert. (...) Das hat mich fasziniert, weil es immer wieder etwas Neues ist. Das habe ich weiter betrieben. Ich habe eigentlich immer schon gemalt.

Otto Waalkes

Gemälde von Otto Waalkes nach: Jean Baptiste August Ingres, Große Odaliske, 1814 [Quelle: Otto Waalkes]
Otto: Gruppenbild mit Dame, 2019. Nach: Jean Baptiste August Ingres, Große Odaliske, 1814. [Quelle: Otto Waalkes]

Er hat an der Hochschule für bildende Künste Hamburg studiert. Seine Karriere als Komiker war eigentlich ein Nebenprodukt. Eigentlich hat Otto Musik gemacht um Geld zu verdienen. Da haben die Ansagen, Witze und Sprüche so eine Art Eigenleben entwickelt, bis sie sein Markenzeichen wurden. Aber Otto wollte immer zeichnen und malen. Das hat er nie aus den Augen verloren. Henry Nannen wusste das. Als andere Häuser in Hamburg und Frankfurt Otto-Werke zeigten, da reifte in der Kunsthalle in Emden der Plan eine große Schau in seiner Heimat aufzuziehen.

Bremen Zwei: Was genau ist in der Ausstellung zu sehen?

Gerhard Snitjer: Otto zeigt in der Ausstellung wirklich was er kann. Die Ausstellung zeigt ihn erstmal als Kind der Stadt Emden, als Schüler mit seinen Bildergeschichten für die Schülerzeitung. Sie dokumentiert auch die Comedy-Karriere mit Videos, Audios und Original-Bühnenrequisiten.

Im Mittelpunkt stehen aber die aktuellen Arbeiten von Otto. Da bleibt manchen Besucher*innen wirklich der Mund offen stehen. Bekannte Werke werden da "Ottorisiert". Wie das Plakatmotiv der Ausstellung: Da hat er sich ein Gemälde von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein als Vorbild genommen. Otto hat es ganz genau in Stimmung und Proportionen nachempfunden. Aber er selbst reitet auf einem Ottifanten in den Sonnenuntergang auf den kleinen, niedlichen Pilsumer Leuchtturm zu. Das ist ein gutes Beispiel: Handwerk und Talent sind da, aber ein bisschen Genie kommt noch oben drauf. Otto lässt keine Epoche der Kunstgeschichte aus. Das besondere seiner Leinwände: Sie sind mit Tee grundiert.

Gemälde von Otto Waalkes nach: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Der Schwachmatikus in der Campagna, 1799 [Quelle: Otto Waalkes]
Otto, Coming Home, 2019. Nach: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Der Schwachmatikus in der Campagna, 1799. [Quelle: Otto Waalkes]

Bremen Zwei: Wie findet Otto die Ausstellung, die die Kunsthalle ihm gewidmet hat?

Gerhard Snitjer: Er ist vollkommen überwältigt und gerührt. Neben der Kunst ist auch sein ganzes Leben dokumentiert und er fühlt sich von der Kunsthalle und damit auch von seiner Heimatstadt Emden sehr gewürdigt.

"Otto is coming home" - Interview mit Stefan Borchardt, Direktor der Kunsthalle Emden [5:03 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 22. Juni 2019, 15:20 Uhr.

Ausstellungen