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No Treasure But Hope

22. November 2019

Musik ist ja bekanntlich ein Stimmungsverstärker. Und wenn Sie jetzt den Herbst noch dunkler und melancholischer erleben wollen, dann sollten Sie das neue Album der britischen Band Tindersticks auflegen.

CD-Cover: No Treasure But Hope [Quelle: City Slang]
Tindersticks: The Gospel According To Water [Quelle: City Slang]

Mit einem Hoffnungsschimmer

Jahreszeiten scheinen den Tindersticks völlig egal zu sein: Die Band aus Nottingham klingt immer nach Herbst. Und zwar nicht nach dem Septemberherbst, in dem die Blätter gelb und rot leuchten und die letzten Sonnenstrahlen uns wärmen, sondern nach traurigem Novemberherbst - voller Schwermut und Dunkelheit. Zufällig passen nun Musik und Veröffentlichungstermin mal wieder zusammen. Gerade ist das zwölfte Studioalbum der Tindersticks erschienen: "No Treasure But Hope".

"Es ist die Schönheit, die mich tötet", singt Tindersticks-Sänger Stuart Staples im Song "For The Beauty". Denn, so sagt er, bei der Schönheit kann man sich nie sicher sein: Sie kann uns immer wieder erstaunen, aber generell beschreiben Schönheit und Schmerz ähnliche Gefühle. Die Texte für das neue Album "No Treasure But Hope" hat Staples zum größten Teil auf der griechischen Insel Ithaka geschrieben. Dadurch hat sich zwar keine mediterrane Lebensfreude in die Musik der Tindersticks geschlichen, doch hin und wieder klingt die Band zumindest ein bisschen hoffnungsvoll.

Kammermusikalische Popmusik

Seit fast 30 Jahren gelten die Tindersticks als die Meister der Melancholie - eine Auszeichnung, die die Band hin und wieder auch unter Druck setzt. Nach einer erfolgreichen ersten Phase lösen sich die Tindersticks im Jahr 2003 auf; die einzelnen Bandmitglieder veröffentlichen Soloalben, um dann fünf Jahre später wieder zusammenzufinden. Sie experimentieren mit Jazz und Funk und werden zu wahren Studiotüftlern, die kunstvoll eine Klangschicht über die nächste legen. Anders beim neuen Album "No Treasure But Hope". Die Vorgabe hier: Smartphones aus, Computer aus, alle versammeln sich ums Klavier - und die Aufnahme läuft.

Kammermusikalische Popmusik mit wehmütigen Streichern und Bläsern, dazu das klagende Vibrato von Stuart Staples - die Tindersticks machen auf ihrem neuen Album "No Treasure But Hope" mal wieder alles richtig. Und tragen sogar so etwas wie Hoffnung in die graue Jahreszeit.

Tindersticks: No Treasure But Hope [3:24 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 22. November 2019, 08:10 Uhr.

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