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Kingdom In My Mind

30. Januar 2020

Die Brüder Oliver und Chris Wood sind als "The Wood Brothers" Vertreter eines modernen und doch traditionellen Americana-Ansatzes, der tiefgründige Songs in ein leicht zugängliches Klangbild bringt.

CD-Cover: Kingdom In My Mind [Quelle: Honey Jar Records]
The Wood Brothers: Kingdom In My Mind [Quelle: Honey Jar Records]

"Kingdom In My Mind" – "Königreich in meinem Geist". Im Titel ihres neuen Albums spielen The Wood Brothers auf eine menschliche Haltung an, die sich Schutzzonen im Innenleben zimmert, um dort mit sich und der Welt Frieden zu finden. Ein zentraler Ort des modernen Lebens – mit Träumen und Ängsten, mit Dunkelheit und Licht. All dem Stoff, aus dem auch die Songinhalte bei dieser Band gestaltet sind. Songs über die Wechselbeziehung interner und externer Welten.

Im ersten Song des Albums "Alabaster" zeichnen The Wood Brothers das empathische Portrait einer Frau, die sich von den Fesseln eines alten Lebens befreit hat, um ganz neu anzufangen. Eine menschenfreundliche Ader durchweht auch andere Songs von Oliver und Chris Wood. Der eine Gitarrist und Hauptstimme, der andere Bassist und Co-Songwriter. Hinzu kommt noch Multi-Instrumentalist Jano Rix zur Komplettierung der Band, die dieses neue Album im eigenen Studio in Nashville realisiert hat.

Einflüsse aus verschiedenen Genres

Mit "The Band" hat man die Gebrüder Wood gern verglichen in der Vergangenheit. Wie diese bis heute einflussreichen Veteranen der 60er und 70er Jahre, verstehen es auch die Wood Brothers, Einflüsse aus Blues, Folk, Country und Gospel souverän mit einer Sensibilität zu verbinden, die intellektuelle Ambition mit großzügiger Musik-Liebe zusammenbringt. Mit viel Seele und handwerklichem Können, wie im Song "Little Blue", einer verspielten Preziose über den menschlichen Egoismus.

Immer wieder werden auch die Fallstricke der aktuellen, ganz realen, Welt spürbar in den Songs der Brüder. Wie im hypnotischen "Don’t Think About My Death" über die Schwierigkeit, Wahrheit und Fiktion auseinander zu halten. Alles klingt wohlüberlegt, doch die meisten der zehn Songs entstanden im Ursprung aus improvisierten Jams. Ihre Struktur und Form entwickelte man erst später.

Und wenn Haupt-Songschmied Oliver Wood gegen Ende des Albums in "Satisfied" davon singt, wie eine kosmische Mehr-Dimensionalität des Lebens seine Erkenntnis prägt, dann hat ein aufmerksamer Hörer schon eine solide Sympathie für diese hierzulande gern übersehene Band entwickelt. Die in ihrer Musik ganz ohne Sentimentalität versucht, das im Albumtitel erwähnte eigene "Königreich im Kopf" mit Sinn zu füllen.

The Wood Brothers: Kingdom In My Mind [3:40 Minuten]


Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 30. Januar 2020, 14:40 Uhr

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