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Marigold

25. April 2020

Der Australier Stu Larsen ist einer von vielen Musikern, die derzeit anstatt live aufzutreten einfach Livestream-Konzerte für ihre Fans anbieten. Für ihn scheint das auch gar nicht so schwierig zu sein: Er reist sowieso ständig mit seiner Gitarre um die Welt und ist quasi immer spielbereit. Anfang April hat er ein intimes Album veröffentlicht.

CD-Cover: Marigold [Quelle: Nettwerk]
Stu Larsen: Marigold [Quelle: Nettwerk]

Das Ende einer Liebe

Die Liebe ist ein großes Mysterium! Nichts Geringeres hat der australische Singer/Songwriter Stu Larsen bei den Arbeiten an seinem neuen Album "Marigold" festgestellt. Und, dass er die verschlungenen Pfade der Liebe mit all ihren Geheimnissen nicht versteht. Mittlerweile weiß er aber, wie sich tiefer Herzschmerz anfühlt.

Marigold ist Stu Larsens drittes Album. Auf seinen Vorgängeralben hat er über seine Erfahrungen als Weltenbummler gesungen, aber dann ist er bei seinen Reisen von Land zu Land auch der Liebe begegnet. Regelrecht umgehauen habe sie ihn. Nur um ihn ziemlich schnell wieder zu verlassen. Wieder einmal wurde aus Herzschmerz Kunst: Stu Larsen hat elf Songs über den wilden Beginn und das dramatische Ende einer Liebesbeziehung geschrieben.

Die ersten Songs auf Marigold sind für Stu Larsens Sounduniversum recht beschwingt: "Everything will be just fine", alles wird gut sein, singt Larsen noch im Eröffnungstitel "We got strucked by Lightning". Dabei klingt er ungewohnt lässig, cool, relaxt. Das erinnert an andere Gitarrenweltenbummler wie den Engländer Ben Howard oder den König der Gitarren-Slacker Kurt Vile. Im Stück "Hurricane" grüßt zudem Bob Dylan. Der perkussive Gitarrenanschlag, die erzählende Gesangsmelodie, allein die Intonation des Wortes "Hurricane“"– Dylans Song "Hurricane" von 1975 scheint ein Vorbild für Larsens Song zu sein.

Kitschglasur und Selbstironie

So sehr Larsens Liebeskummer auch ans Herz geht, so sehr bekommen die ruhigeren Songs auch eine leicht weinerliche Note. Mit Streicherarrangements wie im Stück "Wide Awake & Dreaming" trägt Larsen dann doch ein bisschen zu viel Kitschglasur auf. Glücklicherweise ist Stu Larsen aber auch zur Selbstironie fähig. Das Album enthält den zweisprachigen Song "Je te promets demain" – von seiner Ex-Freundin hat Larsen nämlich ein paar Brocken Französisch gelernt. In "Je te promets demain" kommentiert er die Überfülle an Herzschmerzliedern und wendet sich zudem direkt an seine verflossene Geliebte: "Hier ist ein weiteres trauriges Lied über die Zeit, als du mir mein Herz gebrochen hast."

Stu Larsen, dieser melancholische Weltreisende mit der langen Mähne klingt auf seinem dritten Album "Marigold" flotter und gleichzeitig trauriger als je zuvor.

Stu Larsen: Marigold [3:30 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 25. April 2020, 16:40 Uhr

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