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Echo In the Canyon

Neue Aufnahmen älterer Songs mit viel Prominenz

15. Oktober 2019

"Echo In The Canyon" heißt eine neue Film-Doku, die sich um eine besondere Zeit in der amerikanischen Popmusik kümmert: Die Szene der südkalifornischen Metropole Los Angeles Mitte der sechziger Jahre, als Bands wie die Byrds oder auch die Beach Boys innovative Musik zu bieten hatten, in einem Umfeld mit Sonnen-Garantie.

Cover: Original Soundtrack - Echo In The Canyon, BMG Rights Management [Quelle: BMG Rights Management]
Original Soundtrack - Echo In The Canyon, BMG Rights Management [Quelle: BMG Rights Management]

Man kennt Jakob Dylan als Chef der Wallflowers. Als Interviewer und Filmproduzent reüssiert der amerikanische Songwriter jetzt erstmalig. Der Film "Echo In The Canyon" ist eine dokumentarische Würdigung der südkalifornischen "Sixties" in etwa zur Mitte des Jahrzehnts.

Mit der Neuaufnahme eines Songs der Mamas & Papas beginnt dieser Soundtrack. Es ist eine musikalisch zweite Ebene des filmischen Geschehens. Einerseits sprechen im Film Veteranen wie Brian Wilson, Jackson Browne oder Tom Petty (in seinem letzten Film-Interview), und es gibt historisches Filmmaterial dazu. Andererseits diskutiert und interpretiert eine erlesene Gruppe von Stars der mittleren Generation die alte Zeit und ihre Songs gemeinsam mit Jakob Dylan neu. Einige Namen: Cat Power, Fiona Apple, Regina Spektor, Norah Jones und auch Beck.

Pop-Songs mit Langzeitwirkung

Es ist ein kurzweiliges Vergnügen, alte Songs von Buffalo Springfield, den Byrds oder Beach Boys so neu zu hören. Und das Gefühl entsteht dabei, dass etwas verloren gegangen zu sein scheint im Pop-Songwriting der Gegenwart. Neben der Unschuld von damals vielleicht auch ein musikalisches Augenmerk auf klassische Song-Form und ihre Gestaltung. Dazu die Kunst, Melodie und Harmonie mühelos in Einklang zu bringen, für Pop-Songs mit Langzeitwirkung.

Die Entwicklungen im Los Angeles der sechziger Jahre sind offenbar wieder gefragt. Nicht nur in der düsteren Auslegung von Quentin Tarantinos Hollywood, auch in der weitaus helleren Variante dieses Films und seines Soundtracks. Man feiert damit eine Zeit der Freiheit, bevor harte Drogen und auch Gewalt Einzug hielten. Für Sunshine Pop der musikalisch versierten Art stand zum Beispiel die Band The Association. Auch ihre Hits klingen heute niveauvoll und durchaus beständig.

Frei von Nostalgie und Sentimentalität

So funktioniert dieses Soundtrack-Vergnügen mit 13 Songs aus ferner kalifornischer Pop-Vergangenheit wie ein kleines Mixtape. Zur Unterhaltung, als Appetizer auf einen Film, der wohl in Bälde auch hierzulande erscheinen wird. Nicht zuletzt als eine Erinnerung an das Talent des Musikers Jakob Dylan. Der hier zwar keine eigenen Songs beisteuert, aber in Bild und Ton eine souveräne Vorstellung liefert. Genau wie die anderen Mitwirkenden, ganz frei von Nostalgie und Sentimentalität.

Soundtrack: Echo In The Canyon [3:36 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. Oktober 2019, 14:40 Uhr.

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