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Inferno

1. März 2019

Nach dem Tod von Grant McLennan, mit dem er gemeinsam die Songs für die Band "The Go-Betweens" geschrieben hatte, begann Robert Forster eine Solokarriere. Mittlerweile liegt das siebte Studioalbum vor.

Cover: Inferno [Quelle: Tapete / Indigo]
Robert Forster: Inferno [Quelle: Tapete / Indigo]

Einen richtigen Hit hatten sie nie, trotzdem gehören The Go-Betweens zu den einflussreichsten Bands Australiens. Ihr Indie-Pop wurde geliebt von Fans und Kritikern gleichermaßen, die beiden Sänger und Songschreiber Grant McLennan und Robert Forster ergänzten sich genial wie Lennon und McCartney. 2006 stirbt McLennan an einem Herzinfarkt. Sein Partner Forster zieht sich erst zurück und taucht dann mit einem Soloalbum wieder auf. Mittlerweile ist das siebte Studioalbum von Robert Forster erschienen.

"Inferno" entstand in Berlins heißem Sommer

Es war der heißeste Sommer seit Jahrzehnten. Nicht in Brisbane, der Heimatstadt von Robert Forster, sondern in Berlin. Hier ist im vergangenen Jahr das neue Studioalbum des australischen Musikers entstanden: "Inferno". Zu Deutschland hat Robert Forster schon lange eine besondere Beziehung. Seine Ehefrau Karin ist Deutsche, die beiden haben einige Jahre gemeinsam in der Nähe von Regensburg gelebt. Und in Berlin hat Forster bereits 1990 sein erstes Soloalbum aufgenommen.

"Der Morgen ist dein Freund" singt Robert Forster im Song "The Morning". Denn in den frühen Morgenstunden war die erhitzte Hauptstadt Berlin im vergangenen Sommer gerade noch so zu ertragen. Die restliche Zeit hat Forster mit seiner Band im kühlen Tonstudio verbracht, um am neuen Album "Inferno" zu arbeiten. Seine Frau Karin Bäumler ist darauf auch zu hören: Sie singt, spielt Geige und Glockenspiel.

Hommage an Grant McLennan

Vier Jahre sind seit Robert Forsters letztem Soloalbum vergangen. In der Zeit hat er unter anderem ein Buch geschrieben. Es heißt: "Grant und ich – die Go-Betweens und die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft". Grant McLennan und Robert Forster hatten die Go-Betweens 1977 in Brisbane gegründet; McLennan schrieb die sanfteren Stücke, Forster die dunkleren. Den ganz großen Durchbruch haben die Go-Betweens nie geschafft, aber immerhin wurde in ihrer Heimatstadt Brisbane eine Brücke nach ihnen benannt: die Go-Between Bridge.

Auf seinem neuen Album "Inferno" zeigt der 61-jährige Robert Forster einmal mehr, was für ein großartiger Songschreiber er ist. Seine neuen Lieder klingen mal humorvoll, mal sarkastisch, mal Mut machend, mal melancholisch, aber immer unaufgeregt und ehrlich. Und dass die neuen Songs soviel Wärme ausstrahlen, liegt vielleicht auch an der Zeit, in der sie entstanden sind: im Jahrhundertsommer 2018 in Berlin.

Robert Foster: Inferno [3:32 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 1. März 2019, 8:36 Uhr.

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