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Weird Ones

Eine Entdeckung!

12. März 2020

Bis Anfang 20 ging Matt Holubowski aus Kanada fest davon aus, dass er Englischlehrer werden würde. Doch dann wurde ihm auf einer Reise durch Südostasien klar: seine Bestimmung ist die Musik. Hierzulande ist Holubowski noch ein Geheimtipp. Das sollte sich ändern, denn sein neues, drittes Album ist eine Entdeckung.

Cover: Matt Holubowski, Weird Ones, Sme Canada Audiogram (Membran) [Quelle: Sme Canada Audiogram (Membran)]
Matt Holubowski, Weird Ones, Sme Canada Audiogram (Membran) [Quelle: Sme Canada Audiogram (Membran)]

Es gibt Alben, die fast unmerklich neue Räume, Sphären und ganze Welten öffnen. So ein Album hat der kanadische Singer-Songwriter Matt Holubowski gerade aufgenommen. Für seine neuen Songs hat er sich von den Romanen des japanischen Schriftstellers Haruki Murakami inspirieren lassen: Einem Meister der surrealistischen Bilder, in dessen Geschichten die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit langsam verschwimmen. Mit seiner neuen Platte "Weird Ones" wollte Holubowski einen ähnlichen Zauber einfangen – und es ist ihm gelungen.

In der Einsamkeit der Rocky Mountains

"Two Paper Moon" ist laut Matt Holubowski das wichtigste Stück auf seiner neuen Platte. Murakamis Bestseller "1Q84" stand hier Pate: Eine Geschichte über ein Paralleluniversum, die mit der Existenz zweier Monde beginnt. Der Song erzählt von dieser anderen Welt und wie wir mit unserem Denken eigene Realitäten erschaffen.

Geschrieben hat der Kanadier sein Album in einer Zeit, in der er am liebsten vor sich selbst geflohen wäre. Wie einige der Helden in Murakamis Büchern, suchte Holubowski die Einsamkeit der Natur und zog sich für zwei Monate in die kanadischen Rocky Mountains zurück. Dort schrieb er in den Wäldern des Banff-Nationalparks seine Songs fertig. Nach dieser Phase des Eskapismus wagte Holubowski einen Schritt, der seinen bisher eher traditionellen Folk in neue Sound-Dimensionen trägt.

Detailverliebte Produktion

Matt Holubowski nahm "Weird Ones" mit kompletter Band und in gleich sechs verschiedenen Studios auf. Er arbeitete mit so vielen Musikern und modernen Sounds wie nie zuvor. Herausgekommen ist eine detailverliebte Produktion, die in keiner Sekunde überladen klingt, sondern organisch, warm und freischwebend. Elektrische Gitarren, Synthieflächen und viel Hall legen sich unter und über klassische Singer-Songwriter-Momente an der Akustikgitarre. Intimität kommt vor allem dank Holubowskis Stimme auf.

"Weird Ones" – Sonderlinge – hat Matt Holubowski sein drittes Album genannt. Er widmet es all jenen, die Seltsamkeiten in sich tragen, diese aber nicht unbedingt nach außen kehren. "Weird Ones" ist sozusagen eine Ode an die kleinen und großen Merkwürdigkeiten in uns allen. Das Ergebnis: geheimnisvolle Geschichten, atmosphärische Klanglandschaften und traumhafte Melodien.

Matt Holubowski: Weird Ones [3:36 Minuten]


Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 12. März 2020, 13:30 Uhr

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