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Work To Do

23. August 2019

Er ist einer der renommierten US-Singer-Songwriter der letzten dreißig Jahre. Sie sind Legenden der afroamerikanischen Gospel-Musik. Ein Zusammentreffen des Wahl-New Yorkers Marc Cohn mit den "Blind Boys Of Alabama" aus dem tiefen Süden der USA mutet nicht gerade naheliegend an. Doch so ist es jetzt gekommen.

Cover: Marc Cohn & Blind Boys of Alabama, Work to Do, BMG Rights Management (Warner) [Quelle: BMG Rights Management (Warner)]
Marc Cohn & Blind Boys of Alabama, Work to Do, BMG Rights Management (Warner) [Quelle: BMG Rights Management (Warner)]

Drei neue Studioaufnahmen, dazu sieben Live-Mitschnitte – das ist der Inhalt dieser überraschenden Arbeit eines Mannes, dessen Alben der neunziger Jahre ihn schon früh als Fan von Gospel Musik auswiesen. Nicht zuletzt hat Marc Cohn bis heute eine Soul-Stimme, auf die er gut geachtet hat. Sie funktioniert auch mit jetzt sechzig Jahren ohne Fehl und Tadel. Genau wie die der "Blind Boys Of Alabama".

Nach einem A-Cappella-Einstieg mit dem Gospel-Klassiker "Walking In Jerusalem" gibt es hier zwei neue Marc-Cohn-Songs in Studio-Aufnahmen. Das exzellente Titelstück erinnert daran, welch erstklassiger Songwriter Cohn immer war. Leider hat man in den letzten Jahren zu wenig davon gehört. Stattdessen wurde der New Yorker ein gefragter Live-Act, der sein Repertoire weiter für ein treues Publikum spielt. Ein kleines Bühnen-Comeback in Europa vor einigen Jahren inklusive. "Work To Do" bestärkt den Wunsch nach mehr.

Kombination inspiriert und funktioniert

Diese Kombination von Marc Cohn und den "Blind Boys of Alabama" funktioniert. Auch weil der Mann aus New York immer wieder Songs geschrieben hat, die gut zu den "Blind Boys" passen, denn die singen kein konventionelles weltliches Repertoire. Wer die neuen Gospel-Arrangements bekannter Cohn-Songs wie "Ghost Train" hört, der wird kaum Mühe haben, die Songs neu zu wertschätzen.

Er habe noch nie so viel Vergnügen auf der Bühne gehabt wie in Konzerten mit den betagten Herren der "Blind Boys", so Marc Cohn. Er hat viel schwarze Musik gehört in seinem Leben. Hier hat der Sänger das Privileg, eine der noch sprudelnden Quellen dieser Musik aus der Nähe anzuzapfen. Es muss eine inspirierende Erfahrung gewesen sein. Auch beim berühmten alten Song über eine Reise nach Memphis. Eine Reise zu den Ursprüngen der Musik.

Album empfehlenswert

So steht "Walking In Memphis" souverän neben "Amazing Grace" und am Ende lauert die erfreuliche Erkenntnis: Diese schwarz-weiße Kombination ist inspiriert, und sie ist stimmig. Man würde sie gern auch live in Europa erleben, doch einstweilen gibt es zumindest dieses Album. "Work To Do" ist ein unverhofftes Geschenk, mit einem wenig bekannten Cohn-Song am Ende. "One Safe Place" – man ist in der Tat in sicheren Händen bei diesen besonderen Stimmen.

Marc Cohn And Blind Boys Of Alabama: Work To Do [3:39 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 23. August 2019, 07:36 Uhr.

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