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Someday Tomorrow Maybe

31. Januar 2020

"Someday Tomorrow Maybe" – eines Tages, morgen, vielleicht. Schon der Titel des zweiten Albums von Lola Marsh lässt Sphärisches, leicht Waberndes vermuten. Etwas, das sich nicht festlegen lassen möchte auf konkrete Versprechen oder musikalische Stile.

CD-Cover: Someday Tomorrow Maybe [Quelle: Barclay]
Lola Marsh: Someday Tomorrow Maybe [Quelle: Barclay]

Stimmlich hypnotisierend

Yael Shoshana Cohen gehört zu den Sängerinnen, die ein Publikum augenblicklich in ihren Bann ziehen können. Das israelische Duo Lola Marsh sammelte im Laufe der letzten Jahre nicht nur Liebesbekundungen von Menschen aus aller Damen- und Herren Länder, auch Hollywood wollte mehr von dieser phantastischen Subtilität und engagierte Yael Shoshana Cohen und Multiinstrumentalist Gil Landau wiederholt für ausgewählte Soundtracks, zuletzt für die Erfolgsserie "Better Call Saul".

Lola Marshs Liebe zu cineastischen Sounds, wie sie in Italowestern oder Filmen von Quentin Tarantino zu hören sind, tröpfelt auch ihrem zweiten Werk aus allen Poren. Eine Marke für sich, dieses Duo Lola Marsh. Mal folkig, dann leicht elektronisch. Hier mal entspannt sehnsuchtsvoll, dann im feschen rhythmischen Galopp, immer zwei Feldflaschen bombastischen Kraftsafts am ledernden Hüftgürtel.

Das etwas andere Duo

Zudem, auch das macht Lola Marsh ein bisschen "anders", sind Yael und Gil ein Paar, das mal auf allen Eben eines war. Nun aber  sind sie "nur" noch ein rein musikalisches.  Auch davor alle Achtung. Das muss man erstmal hinkriegen. Und was liegt als musizierender Mensch da näher, als Abschied, Veränderung, Melancholie durch die eigene Musik zu bewältigen? Eben.

Natürlich ist da ein gewisser Druck, der da auf Lola Marsh lastet. Sie gelten als Israels größte Indie-Band, werden auf ihren Touren beäugt, sowohl im politischen Sinne als auch als Ex-Freund und –Freundin im privaten, aber das scheint sie nicht verbogen oder gar niedergedrückt zu haben. Lola Marsh holen einen auf eine wohltuend unaufgeregte Art ab und nehmen einen mit auf die Reise durch ihre Welt. Eine feinsinnige, denkende Welt. 

Und wenn Yael im Song "What Am I" singt "My Time To Shine Will Come", gibt es nur eine Bemerkung dazu: Sie ist schon da.

Lola Marsh: Someday Tomorrow Maybe [3:31 Minuten]


Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 31. Januar 2020, 08:10 Uhr

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