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Monstera Deliziosa

24. Juni 2019

Der australische Musiker Lachlan Mitchell aka "Laneous" hat ein erstaunliches Debüt-Album veröffentlicht. Er hat sich durch 70 Jahre Musikgeschichte gearbeitet und die Stücke neu arrangiert. Es ist ein Album geworden, das noch außergewöhnlich lange nachhallt.

Cover: Laneous, Monstera Deliciosa, Soul Has No Tempo (Rough Trade) [Quelle: Soul Has No Tempo (Rough Trade)]
"Monstera Deliciosa" von Laneous. [Quelle: Soul Has No Tempo (Rough Trade)]

Ein erstaunliches Debüt

Lachlan Mitchell ist in Brisbane aufgewachsen und beginnt schon früh Musik zu seinem Lebensmittelpunkt zu machen. Er bringt sich Gitarre und Klavier bei, entdeckt, dass er außerdem noch mehr als passabel singen kann und gründet bald die Funk-Formation "Kafka". Man spielt in Clubs, auf kleinen Festivals, veröffentlicht erste Songs; alles eher "klein klein", nicht der ganz große Entwurf. Mittlerweile hat Mitchell andere Musiker*innen um sich geschart und veröffentlicht unter dem Pseudonym "Laneous" ein wirklich erstaunliches Debüt.

Das hier ist kein einfaches Album. Es ist nicht unbedingt "Liebe auf den ersten Blick”, nichts, was man nebenbei so weg hört. Aber es ist glücklicherweise auch kein verkopfter, anstrengender Fusionentwurf. Es ist einfach wirklich viel Musik.

Durch 70 Jahre Musikgeschichte

Wie eine Raupe frisst sich Laneous durch 70 Jahre Musikgeschichte. Wir hören groovende Jazzparts, warmen, einfühlsamen Soul, psychedelische Instrumentalstücke, knarzigen Funk, wir hören Verneigungen vor Stevie Wonder, Prince, Ennio Morricone und sogar vor Frank Zappa. Das ist aber nie nur plump zitierend, sondern immer eigen, immer frisch und überraschend arrangiert. Auch bei der Instrumentierung und der Produktion erliegt Leanous nicht den Versuchen der puren Retroästhetik. Zwar sind Fender Rhodes E-Pianos, Glockenspiele, Sitars und auch Posauneparts dabei, aber immer nur dann, wenn es den Songs wirklich nützt, nie zum Selbstzweck. Wenig Make-up, viel ungeschminkte Schönheit.

Laneous ist mit seinem Debüt "Monstera Delizioza" ein wunderbar in sich geschlossenes Album gelungen, das den Hörern Anfangs einiges abverlangt, dafür aber auch außergewöhnlich lange nachhallt.

CD-Tipp von Max Spallek:
Laneous: Monstera Deliziosa [3:33 Minuten]


Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 24. Juni 2019, 11:40 Uhr

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