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Beethoven Sonaten

Absolutes Highlight

27. Mai 2020

Als der japanische Pianist Kotaro Fukuma im Januar 2019 Beethovens letzte Klaviersonate live im Bremer Sendesaal spielte, hieß es: "Eine phänomenale Beethoven-Präsentation von kaum noch steigerbarer Stringenz und Imposanz". Nun hat Fukuma Beethovens berühmte "op. 111" zusammen mit zwei anderen Sonaten auch im Studio aufgenommen.

Cover: Beethoven – Klaviersonaten 17, 24 und 32 [Quelle: Naxos]
Kotaro Fukuma: Beethoven – Klaviersonaten 17, 24 & 32 [Quelle: Naxos]

Es ist verblüffend zu hören, welch genaue Vorstellung der japanische Virtuose von Beethovens c-moll-Sonate hat. Die Spielzeiten seiner Live- und seiner Studioversion sind fast identisch. Bei Kotaro Fukuma hat man immer das Gefühl: So und nicht anders muss Beethoven klingen.

Beethovens letzte Sonate als Höhepunkt

Kotaro Fukuma ist einer der besten Pianisten seiner Generation, ein Mann mit phänomenaler Technik und einem unglaublichen Stilbewusstsein. Sein Beethoven überzeugt mal durch unwirsche Schroffheit und derben Humor, dann wieder durch Klänge, die direkt aus dem Himmel zu kommen scheinen. Kotaro Fukuma liefert auf seinem neuen Album einen exemplarischen Beethoven – besser kann man das einfach nicht spielen und gestalten. Auch die Sturmsonate und die wenig bekannte Fis-Dur-Sonate op. 78 spielt Fukuma wunderbar.

Doch der Höhepunkt dieser Platte ist Beethovens letzte Sonate. Kotaro Fukuma begleitet uns hier auf einer Reise durch Licht und Schatten. Beethovens op. 111 ist ein musikalisches "Weltkulturerbe", und ihr Rang wird unter Kotaro Fukumas Händen deutlich wie selten. Sein Spiel ist klar und kontrolliert, doch gleichzeitig so tief und emotional, dass es zu Tränen rührt. Dieser "japanische" Beethoven ist ein Ereignis und für mich ein absolutes Highlight im Jubiläums-Jahr 2020.

Kotaru Fukuma: Beethoven Sonaten [3:22 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 18. Mai 2020, 09:38 Uhr

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