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There Is No Other

10. Februar 2020

Auf ihrem ersten Soloalbum seit 14 Jahren schwelgt die ehemalige Belle- und Sebastian-Sängerin Isobel Campbell in einer sanft psychedelischen Kalifornien-Fantasie.

CD-Cover: There Is No Other [Quelle: Cooking Vinyl]
Isobel Campbell: There Is No Other [Quelle: Cooking Vinyl]

Isobel Campbell wird in Glasgow geboren – und ihr Weg zum Erfolg ist zunächst geprägt von Belle and Sebastian. Als Jugendliche lernt Campbell Cello, schreibt erste romantische Songs und trägt schon mit 19 Jahren maßgeblich zum Erfolg der Indie-Band bei. Doch nach sechs Jahren lässt sie diese Sicherheit hinter sich – und ist seitdem als Solokünstlerin unterwegs.

"There Is No Other" ist mittlerweile Isobell Campbells fünftes Soloalbum – drei weitere hat sie in Zusammenarbeit mit dem kalifornischen Sänger Mark Lanegan veröffentlicht. Und über genau diese musikalische und geographische Achse sollte man sich auch der neuen Platte nähern, denn: Das Britische ist längst verschwunden. Willkommen im California Noir!

Psychedelica und Pop

Isobell Campbell lebt seit einiger Zeit in Kalifornien, und das hört man diesmal besonders deutlich. Dunkle kalifornische Psychedelica vermischt sich hier spielerisch mit schimmerndem Pop und einzelnen Gospelanleihen.

Die Instrumentierung besteht hauptsächlich aus akustischen Elementen, doch es gibt auch seltsam klingende Schlagzeugcomputer und andere flirrende elektronische Tasteninstrumente zu entdecken. Es ist Musik für Menschen, die gerne mit ganz kleinen Bewegungen tanzen.

Unperfekter Charme

Gerade das Unperfekte macht dabei den Charme aus. Wie ein schnell improvisierter Kindergeburtstag wirkt das manchmal – allerdings wie ein Kindergeburtstag, bei dem alle ruhig sein müssen. Diese Ruhe und Isobel Campbells sanfte, fast flüsternde Stimme prägen die gesamte Platte – manchmal vielleicht etwas zu sehr. Zu viel Stille kann ja auch unterschwellig aggressiv machen.

Isobel Campbell covert auch noch Tom Petty "Runnin down a Dream" im Vorbeigehen. So wie man überhaupt die ganze Zeit das Gefühl hat, dass das Album zwischen Mittagsschlaf und Abendessen produziert wurde. Das tut der Eleganz des Ganzen aber keinen Abbruch. Wer also elegant und sanft in den kommenden Frühling begleitet werden will, sollte sich das neue Album von Isobel Campbell etwas genauer anhören.

Isobel Campbell: There Is No Other [3:41 Minuten]


Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 10. Februar 2020, 13:38 Uhr

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