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Still On My Mind

8. März 2019

Selbst die Reime des Rappers Eminem vermochte sie einst zu versüßen: Dido, eigentlicher Name Dido Florian Cloud de Bounevialle O'Malley Armstrong, begründet in ihrer französisch-irischen Abstammung. Mit Songs wie "Thank you" und "White Flag" sang sie sich in Ohr und Herz vieler Menschen.

Cover: Still On My Mind [Quelle: BMG]
Dido: Still On My Mind [Quelle: BMG]

Warum war Dido so lang weg? Sechs Jahre – kein Laut. Es herrschte Liebeskummer unter den Fans. Mit ihrer feinen, anrührenden Stimme machte Dido ihre Songs zu unvergleichlichen Oasen der Ruhe. Zu einem Land, in dem nichts wirklich schlimm ist, selbst wenn es schlimm ist. Nun geht die Reise endlich weiter: Dido präsentiert uns auf dem neuen Album zwölf Songs, die allen Groll über ihre musikalische Abstinenz vergessen lassen.

Musik ist ihre Religion

Der Grund für Didos Auszeit ist ohnehin verzeihbar: Sie brauchte Zeit für ihre kleine Familie. Und: In guten Phasen, und das hört man immer wieder von MusikerInnen, schreibt sich's oft schlechter! 2011 wurde Dido erstmals Mutter, verspürte immerzu nur Liebe und konnte sich einfach nicht mehr in die problematischen Dinge des Lebens hineinversetzen. Liebe ist natürlich noch immer da für Sohn Stanley, aber eben auch wieder der Drang, musikalisch alles herauszulassen, was sie bewegt. Schließlich hat sich Dido ihr ganzes Leben lang in Liedern ausgedrückt. Musik, sagt sie, sei ihre Religion. Trost, Erregung, einfach alles.

Deutlich elektronischer als bisher

Deutlich elektronischer ist das neue Album von Dido ausgefallen, was auch der Handschrift ihres Partners zu verdanken ist. "Still On My Mind" ist erneut eine Familienangelegenheit: Zusammen mit ihrem Bruder und langjährigen Songwriting-Partner, Faithless-Gründer Rollo, wurde ganz entspannt in der englischen Heimat komponiert und aufgenommen – so entspannt, dass Dido ihre Vocals teils auf dem Sofa bei sich zu Hause eingesungen hat.

Dido ist selbstbewusster geworden. Begründet, so sagt sie, im Elternsein. Das hat neue Türen geöffnet, nämlich instinktiver ans Songwriting heranzugehen. Einfach mal nicht zu viel denken. Dinge in die Songs einfließen zu lassen, die unmittelbar passieren: ein ganzer "vergammelter" Tag auf dem Sofa mit einer Tüte Chips, die inneren Konflikte als Mutter, oder aber neue Erkenntnisse zum alten Bekannten, dem Herrn Liebeskummer. Daraus entstanden ist "Give you up", ein recht positiver Trennungssong, der davon handelt, sich selbst aus dem emotionalen Sumpf zu ziehen und zu sagen: "Pech für den anderen!".

Dido: Still On My Mind [3:32 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 14. März 2019, 12:40 Uhr.

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